Der Erwerb von Aktien von Immobiliengesellschaften ist in der Regel kostengünstiger als ein direktes Immobilienengagement, und Immobilienaktien sind – sofern an einer Börse notiert – problemlos von einem Tag auf den nächsten veräußerbar. Dafür, so die gängige Einschätzung, hat man es jedoch auch mit Aktien als Assetklasse zu tun, deren Entwicklung stark von der Launenhaftigkeit der Börsen abhängt. Doch dem ist nicht so.

Immobilienaktien, so das zentrale Ergebnis einer Studie des Marktbeobachters Absolut Research, weisen zwar kurzfristig eine hohe Korrelation zu den Börsen auf. Die Abhängigkeit sinkt jedoch, wenn man längere Zeiträume betrachtet. Begrüßenswert: Dafür steigt dann die Korrelation zum Immobilienmarkt. "Obwohl es sich prinzipiell um Aktieninvestments handelt, dominieren auf längere Sicht die Immobilieneigenschaften die Performance", sagt Michael Busack, geschäftsführender Gesellschaft von Absolut Research. Das würde zeigen, dass Listed Real Estate, also börsengehandelte Immobilienaktien, tatsächlich einen liquiden Zugang zum Immobilienmarkt bieten.

Gemäßigteres Risiko/Rendite-Profil
Gerade mal zwölf Prozent des weltweit ausstehenden Immobilienvolumens sind derzeit börsennotiert. Zwar hat sich das Segment in den vergangenen fünf Jahren unter Wertentwicklungsaspekten schwächer entwickelt als der breite Aktienmarkt, es wies dabei allerdings auch geringere Volatilitäten und Maximalverluste auf.

Eine Sonderform von Listed Real Estate sind REITs, also Real Estate Investment Trusts. Dahinter stehen ebenfalls Immobilienbetreibergesellschaften. Sie müssen jedoch nahezu sämtliche Erträge an ihre Investoren ausschütten und sind dafür auf Unternehmensebene zumeist steuerbefreit. Die Absolut-Research-Studie hat auch hier Spannendes zu vermelden: Reine REITs korrelieren demnach noch weniger mit den sonstigen Aktienmärkten als Immobilien-AGs ohne REIT-Struktur. (tw)