Frankfurt setzt auf Wohnungen statt leerer Büros
Leer stehende Büros werden in Frankfurt zunehmend zu Wohnraum. Die Stadt setzt vor allem in Randlagen auf Umnutzungen und schnellere Genehmigungen – auch andere Nutzungen wie Schulen bleiben im Blick.
Die Stadt Frankfurt bemüht sich um eine stärkere Umnutzung leer stehender Büros zu Wohnungen. Solche Projekte können bei der Bekämpfung des Wohnungsmangels helfen. Vor allem bei Büros in Randlagen hat sich der Siegeszug des Homeoffice in zunehmendem Leerstand niedergeschlagen.
"Seit 2015 wurden in Frankfurt rund 10.000 Wohnungen aus der Umnutzung vorheriger Gewerbeflächen genehmigt", sagte Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht der Stadt Frankfurt, in einem Interview mit "Bloomberg News". "In vielen Fällen handelte es sich um den Umbau ehemaliger Bürogebäude."
Umbauten in mehreren Stadtteilen
Einige Umbauprojekte von Bürogebäuden hat es ihren Worten zufolge in Niederrad gegeben, aber beispielsweise auch im Bahnhofsviertel und im Westend. "Hintergrund ist der hohe Leerstand bei Büros, besonders in Randlagen der Stadt, bei gleichzeitiger Wohnungsknappheit", sagte Zapke. Die Umnutzung sei ein relevanter Baustein, um Wohnraum zu gewinnen. Daher begleite die Stadt den Umbau von Büros zu Wohnungen "planungsrechtlich positiv".
Hoher Büro-Leerstand in Randlagen
Zuletzt hatte in Frankfurt rund ein Zehntel der Büros leer gestanden. Während moderne Objekte in zentralen Lagen gefragt sind, wie etwa die Anmietung eines neuen Turms der Helaba durch die Commerzbank zeigt, stellt sich die Situation in den Randlagen anders dar. In der Zeit nach Corona und mit der Ausbreitung des Homeoffice setzen viele Unternehmen lieber auf Top-Lagen, um wieder mehr Mitarbeiter in die Büros zu locken.
"Bei weniger attraktiven Bürolagen stehen weiter viele Flächen leer", sagte Suat Kurt, Niederlassungsleiter des Maklers JLL in Frankfurt. "Das wird wohl auch so bleiben. Hier werden wir zwangsweise Umnutzungen sehen."
Kosten und Genehmigungen als Schlüsselfaktoren
Laut Zapke ist es für Investoren bei der Umnutzung von Büros zu Wohnungen wichtig, dass der Eingriff in den Rohbau möglichst gering bleibt. Die Kosten für einen Umbau bewegten sich oft auf demselben Niveau wie die Kosten für den Neubau eines Wohnhauses.
"Wir versuchen, Umbauten von Büros in Wohnungen in Frankfurt relativ flott zu genehmigen. Im Idealfall dauert eine Genehmigung nur drei Monate", erklärte sie. Auch die Regulatorik für sogenanntes Bauen im Bestand habe sich zuletzt verbessert, was die Kosten von Umbauten zu Wohnungen senken könne. So seien normalerweise die Anforderungen an den Schallschutz in Wohngebäuden höher als bei Bürogebäuden. Doch genau das ändere sich derzeit. "Das heißt, beim Schallschutz für ehemalige Bürogebäude muss dann künftig nicht mehr nachgebessert werden", sagte Zapke.
Ihren Worten zufolge müssen aus nicht benötigten Gewerbeflächen nicht ausschließlich Wohnungen entstehen. So habe ihr Amt auch Projekte in Frankfurt begleitet, bei denen aus ehemaligen Bürogebäuden Schulen werden sollten. (mb/Bloomberg)
















