Im ersten Quartal 2020 hat die Bafin sechs geschlossene Fonds und sechs Vermögensanlagen für den Vertrieb zugelassen. Vergangenes Jahr waren es im Vergleich dazu nur drei geschlossene Fonds und fünf Vermögensanlagen. Das emittierte Eigenkapitalvolumen bei den Beteiligungsmodellen beträgt 204 Millionen Euro (2019: 85 Millionen Euro), wie die Ratingagentur Scope für ihren Quartalsreport ermittelte, das prospektierte Volumen bei den Vermögensanlagen umfasst 89 Millionen Euro (2019: 107 Millionen Euro). Während sich also bei den Sachwerte-Fonds die Anzahl verdoppelte und ihr Volumen fast das Zweieinhalbfache ausmacht, gehen Vermögensanlagen in Zahl und Größe leicht zurück.

Die Steigerung von Anzahl und Volumen der Neuemissionen ist, so Scope, durch das anfänglich sehr gute Marktumfeld begründet. Die bevorstehenden Auswirkungen werden aber erheblich sein. Das Angebot wird stagnieren, der Anfang März gerade zugelassene Hotelfonds von Dr. Peters hat seinen Vertriebsbeginn verschoben, der Mischfonds "Sachwert-Auslese I" von V&C Portfolio Management, der Ende vergangenen Jahres in den Vertrieb ging, ist vom Markt genommen worden und wird rückabgewickelt.

Schwerpunkt Immobilien
Alle sechs Fonds, die seit Jahresbeginn zugelassen wurden, investieren in Immobilien. Zwei Drittel des Emissionsvolumens sind für in Deutschland gelegene Immobilien vorgesehen, der Rest wird europaweit beziehungsweise in den USA investiert und zwar in Hotels, Wohnimmobilien und Lebensmittelläden.

Auch bei den Vermögensanlagen bilden Immobilien den Schwerpunkt. Lediglich ein Gummibauminvestment und zwei Bürgerwindparks fallen nicht drunter, haben aber vergleichsweise geringe Emissionsvolumina.

Ausblick 2020
Die Corona-Krise wird Spuren hinterlassen, resümiert Scope. Anleger dürften weniger bereit sein, langfristige Investments zu tätigen, solange eine große Unsicherheit über die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung besteht. Vertriebsstarts werden verschoben und die Konzeption neuer Produkte vorerst gestoppt. Entsprechend kassiert Scope auch ihre kürzlich getroffene Prognose, dass geschlossene Publikums-AIF während des Jahres 2020 ein Volumen von knapp unterhalb einer Milliarde Euro auf den Markt bringen würden.

Unabhängig von Corona erwartet Scope aufgrund des deutlich höheren Transparenz- und Schutzniveaus des Kapitalanlagesetzbuchs im Vergleich zum Vermögensanlagen-Gesetz eine weiterhin anhaltende Fokussierung auf Publikums-AIF zulasten der Vermögensanlagen. (tw)