Vergangene Woche (26. Januar) kam das Amtsgericht München dem Antrag von Green City nach, eröffnete das vorläufige Insolvenzverfahren und bestellte Rechtsanwalt Axel Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen mit dessen Verwaltung. Nach einer ersten Bestandsaufnahme und nachdem Bierbach angefangen hat, die wirtschaftliche Lage der Unternehmensgruppe zu prüfen, kommt er zu dem Schluss, dass das operative Geschäft der Green City, also die Projektierung und Umsetzung von Kraftwerken in den Bereichen Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft, in vollem Umfang aufrechterhalten und der Betrieb bestehender Anlagen fortgeführt werden sollen.

Fortführung und Sanierung könnten Erfolg haben
"Die Green City AG betreibt attraktive Projekte, besitzt eine sehr gute Reputation und hat eine extrem engagierte und kompetente Belegschaft", begründet Bierbach seine Einschätzung, dass die Fortführung und Sanierung des Unternehmens gute Erfolgschancen hätten. Er wird die von Green City selbst im Vorfeld des Insolvenzantrags initiierten Investorengespräche aufgreifen, im Vordergrund stehe jedoch, sagt Bierbach, das Bestandsgeschäft zu stabilisieren: "Wirtschaftlich ist es unverzichtbar, dass das Projektgeschäft weiterläuft und die begonnenen Vorhaben fertiggestellt werden können." Green City baut in Deutschland gerade vier Kraftwerke mit insgesamt knapp 40 Megawatt Leistung. Weitere Projekte mit rund 26 Megawatt Leistung sollen bis März Baureife erlangen.

Finanzvorstand Heike von der Heyden erinnert daran, dass ein Insolvenzverfahren immer auch die Chance auf einen Neubeginn berge: "Die Anmeldung der Insolvenz war für uns und unsere Partner ein harter, aber notwendiger Schritt. Jetzt fokussieren wir uns auf tragfähige Lösungen, um das Unternehmen auf eine neue Finanzierungsbasis zu stellen und Gläubigeransprüche bestmöglich zu sichern." Weil die Prüfung des Sanierungsbedarfs und daraufhin infrage kommender Handlungsoptionen "noch Wochen, wenn nicht Monate" dauern wird, wie Bierbach betont, hat seine Kanzlei unter der Rufnummer 089/890 668-500 eine Hotline für Fragen von Anlegern eingerichtet.  (tw)