Das neue Jahr startet mit einer Hiobsbotschaft für den Hotelmarkt. Denn vorige Woche meldete der Hotelbetreiber Revo Hospitality für rund 140 seiner etwa 250 Hotels Insolvenz an. Die Gesellschaften sollen in Eigenverwaltung fortgeführt und saniert werden. Ungeachtet dessen meldete die Unternehmensberatung Falkensteg, dass die Zahl der Großinsolvenzen in der deutschen Immobilienbranche rückläufig sei.

Besonders deutlich ist der Rückgang beim Bau von Immobilien: Hier sind laut Falkensteg im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr die Anträge um die Hälfte auf 14 gefallen, während es bei den Innenausbauern und Bestandshaltern beinahe gleich viele Pleiten gab. Insgesamt wurden 56 Großinsolvenzen gezählt. Das sind 16 Fälle weniger als 2024.

Baubranche steht weiter unter Druck
Diese Entwicklung ist Ausdruck der Marktkonsolidierung, glaubt Christian Alpers, Partner in der Unternehmensberatung Falkensteg: "Viele wirtschaftlich schwächere Marktteilnehmer sind bereits 2024 ausgeschieden, die verbliebenen Unternehmen gehören zu den stabileren Akteuren." Außerdem habe die geringere Bautätigkeit Druck aus dem Markt genommen, da die Unternehmen die Kapazitäten reduziert und ihre Kostenstrukturen an die neue Marktlage angepasst hätten.

Grund zur Entwarnung sieht Falkensteg jedoch nicht, da weiterhin strukturelle Herausforderungen in der Baubranche bestünden. Hohe Baukosten, Fachkräftemangel und regulatorische Unsicherheiten würden für eine anhaltende Spannung im Markt sorgen. "Das Insolvenzrisiko für diese Segmente ist perspektivisch weiterhin hoch", schätzt Alpers. (ae)