Kleine Quizfrage zu Beginn: Schätzen Sie doch mal, welche Durchschnittsrendite seit dem Jahr 1900 mit Spirituosen und Weinen zu erzielen war? Die Antwort findet sich in der 2018er Ausgabe des "Global Investment Returns Yearbook" der Credit Suisse: Es waren 3,7 Prozent, und das nach Abzug der Inflation!

Über einen ordentlichen Investorenlohn darf sich nun auch der anonyme Vorbesitzer eines vor mehr als 90 Jahren gebrannten und im Holzfass gereiften "Macallan Single Malt" aus Schottland freuen: Ein ebenso namenloser Bieter hat für eine einzige Flasche des raren Tropfens in der vergangenen Woche beim Auktionshaus Sotheby's stolze 1,45 Millionen Pfund gezahlt – also rund 1,74 Millionen Euro, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. Damit wurde der bisherige Versteigerungsrekord eingestellt: Vor elf Monaten wechselte eine Flasche Macallan 1926 aus demselben Fass für 1,2 Millionen Pfund den Besitzer,

Dass der nun erzielte Spitzenpreis lange Gültigkeit hat, ist nicht zu erwarten, denn die Whisky-Rally setzt sich ungebremst fort. Über die vergangenen zehn Jahre haben sich die teuersten Sorten um 540 und die seltensten sogar um 765 Prozent verteuert, wie der "Knight Frank Rare Whisky 100 Index" zeigt. Haupt-Verursacher sind mutmaßlich asiatische Whisky-Enthusiasten. "Es gibt ein riesiges Interesse. Überall im Fernen Osten werden Whisky-Bars eröffnet", zitiert die FAZ Richard Harvey vom Auktionshaus Bonhams, das schon heute ein Drittel bis 40 Prozent seiner jährlichen Verkaufserlöse mit Bietern aus Asien bestreitet. (ps)