Die von Rechtsanwalt Robert Peres vertretene Initiative "Fair Deal für CS Euroreal" fordert die Commerzbank auf, sofort 350 Millionen Euro an die Anleger des einstmals milliardenschweren offenen Immobilienfonds CS Euroreal auszuzahlen. Die Commerzbank ist seit 2017 mit der Abwicklung des Fonds betraut, der 1992 von der Credit Suisse aufgelegt wurde, aber 2012 schließen musste und bis Ende 2019 alle Objekte seines Portfolios verkauft hat.

Trotz des inzwischen erfolgten Abverkaufs des kompletten Immobilienbestands hält die Commerzbank noch Liquidität in Höhe von rund 510 Millionen Euro vor. Sie müsse vorgehalten werden, schreibt die Commerzbank in einem Ausblick nach dem Verkauf der letzten Immobilie, um Gewährleistungen, Haftungsrisiken und steuerliche Risiken, die aus den Objektverkäufen noch erwachsen könnten, abzudecken. Eine vollständige Abwicklung zöge sich bis zum Jahr 2029 hin.

Initiative fordert mehr Transparenz
"Die Ausschüttungen sollten sich künftig an der Auszahlungspolitik vergleichbarer Fonds orientieren", ist Rechtsanwalt Peres überzeugt. Er fordert die Commerzbank auf, "die zu Grunde liegende Kalkulation der verbliebenen Barreserven zur Deckung von sogenannten Eventualverbindlichkeiten und Risikoreserven detailliert zu erläutern und die Angemessenheit der Ausschüttungspolitik zu begründen".

Die Initiative hält es für bedenklich, dass auch die zukünftigen Gebühren der Commerzbank sich an der Höhe der zurückbehaltenen Barmittel orientieren und somit für das Institut ein Anreiz besteht, diese möglichst hoch zu halten. Sie zieht den Vergleich zu anderen in Abwicklung befindlichen offenen Immobilienfonds wie den Axa Immoselect oder den SEB Immoinvest, die geringere Beträge zur Risikovorsorge vorhalten würden.

"Klare Missachtung von Anlegerinteressen"
Die Risikoannahmen der Commerzbank, so der Vorwurf der Initiative, seien "unplausibel" und eine "eine klare Missachtung von Anlegerinteressen". Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" bat die Commerzbank um Stellungnahme. Das Institut äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. (tw)