Die Ratingagentur Scope hat 15 offene Immobilienfonds einer eingehenden Analyse unterzogen. Insgesamt haben sie im Jahr 2020 Immobilien für 8,3 Milliarden Euro Immobilien eingekauft, ein Jahr zuvor waren es acht Milliarden.1,8 Milliarden Euro investierte allein der offene Immobilienfonds Hausinvest von Commerz Real, etwa so viel wie der DWS Grundbesitz Europa aus dem Deutsche-Bank-Konzern und der Uniimmo Europa von der Volksbankengruppe zusammen. Die drei Schwergewichte stehen für nahezu die Hälfte des 2020 investierten Volumens.

Büroimmobilien dominieren nach wie vor die Zukäufe, ihr Anteil ist jedoch rückläufig. Er ging im vergangenen Jahr von 61 auf 52 Prozent zurück. Hingegen hat sich der Anteil von Logistikimmobilien am Volumen der Neuerwerbungen von sechs auf 18 Prozent verdreifacht. Eine genau gegenläufige Entwicklung nahm der Anteil von Einzelhandelsimmobilien auf den Einkaufslisten. Der betrug im Jahr 2020 nur noch sechs Prozent, während er 2018 noch bei 18 Prozent lag. Die Ankaufspolitik der großen gemischt investierenden Immobilienfonds spiegelt die zunehmende Verlagerung vom stationären zum Online-Handel wider.

Viel Zuversicht, weiterhin aus dem Vollen schöpfen zu können
Das Volumen, das offenen Immobilienfonds zum Ankauf weiterer Objekte zur Verfügung steht, wird – entgegen der vergangenes Jahr noch vorherrschenden Einschätzung der Anbieter – nicht rückläufig sein. Die meisten gehen davon aus, dass ihre Kassen ähnlich gut gefüllt sein werden, 40 Prozent erwarten sogar eine Erhöhung ihres Ankaufsetats.

Die Portfoliomanager planen, auch in den kommenden Jahren mehr als ein Drittel ihrer Neuerwerbungen in Deutschland vorzunehmen. Interessanterweise kommt Großbritannien direkt danach. Zwei von drei Managern sondieren den Markt und planen, dort zu investieren. Auf Platz drei der aus ihrer Sicht aktuell interessantesten Zielmärkte: Skandinavien.

Bezogen auf die verschiedenen Nutzungsarten gilt der Wohnimmobilie auch 2021 das größte Interesse (82 Prozent), noch vor der Büroimmobilie (68 Prozent). Das Interesse an Logistikimmobilien hat im Vergleich zum Vorjahr sprunghaft zugenommen. Hatten vergangenes Jahr nur rund 44 Prozent der Immobilieneinkäufer Logistik auf dem Zettel, sind es inzwischen 64 Prozent. In etwa demselben Maß haben die Planungen, in Pflege- und Sozialimmobilien zu investieren, abgenommen. Hotels fallen nur noch unter „ferner liefen“. Das Interesse, Einzelhandelsimmobilien zu arrondieren, hat zwar wieder zugenommen, wird jedoch von ebenfalls stärker gewordenen Trennungsvorhaben kompensiert. (tw)