Immobilienklima schon vor der Zinserhöhung mies
Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft ist schlecht. Ohne eine deutliche konjunkturelle Aufhellung erwartet die Deutsche Hypo kurzfristig keine positiven Impulse für den Immobilienmarkt.
Die ersehnte nachhaltige Erholung der Immobilienbranche bleibt aus, und das spiegelt sich in Stimmungsbarometern wider. Soeben berichtet die Deutsche Hypo: "Das Immobilienklima trübt sich im Juni weiter ein." In ihrer gemeinsam mit Bulwiengesa durchgeführten 222. Monatsbefragung von rund 1.000 Immobilienexperten sank das "Deutsche Hypo Immobilienklima" gegenüber dem Mai um 5,3 Prozent auf 79,4 Punkte. Der Index lag damit um 19,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Sowohl das Ertrags- als auch das Investmentklima haben sich im Jahresverlauf verschlechtert. Im Jahresvergleich zeigt sich der Rückgang besonders deutlich beim Investmentklima, das gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,1 Prozent nachgab. Das Ertragsklima verzeichnet im gleichen Zeitraum ein Minus von 15,4 Prozent.
Schwieriges Marktumfeld
Besonders kritisch sehen die Marktteilnehmer den Büromarkt (siehe Chart). Der Indexrückgang betrug im Juni neun Prozent – der Büroindex steht deshalb nur noch bei 62,6 Punkten. Handelsimmobilien verloren 6,6 Prozent, und sogar das Wohnsegment büßte 4,8 Prozent ein. Nur Hotels wurden höher eingeschätzt; der Index stieg um 3,2 Prozent.

Die absehbaren Aussichten schätzt die Deutsche Hypo nicht besonders gut ein. Belastend für die Immobilienbranche seien schwache Wachstumsperspektiven und die steigende Inflation, vor allem bei den Energiepreisen. "Mit Blick auf die EZB-Sitzung am 11. Juni ist es sehr wahrscheinlich, dass sich dieser Trend in einer weiterhin restriktiven geldpolitischen Ausrichtung niederschlägt. Gleichzeitig bleiben strukturelle Verbesserungen – etwa in Form von Bürokratieabbau oder wirtschaftspolitischen Impulsen – bislang am Markt kaum erkennbar", so Ingo Albert, Leiter Geschäftsstelle Frankfurt der Deutschen Hypo. (ae)















