Die Berliner Internetplattform Realbest zur Vermittlung von Wohnimmobilien hat einen Insolvenzantrag gestellt (Az.: 36r IN 3762/22). Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat Rechtsanwalt Christoph Rosenmüller mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragt.

Als Mathias Baumeister und Axel Winckler das Start-up 2013 gründeten, war die digitale Abbildung nahezu des gesamten Transaktionsprozesses von Wohnimmobilien eine Pionierleistung. Damit konnten auch Finanzdienstleister in das Immobilienvermittlungsgeschäft einbezogen werden, die selbst keine Immobilien anbieten, Realbest spricht von mehr als 4.500 angebundenen Partnern.

Trotz anfänglicher Erfolge zogen sich Investoren schon vor zwei Jahren zurück
2017 sind einige namhafte Investoren, darunter Commerz Venture, die VC-Tochter der Commerzbank, eingestiegen. 2018 meldete die Plattform ein Transaktionsergebnis von mehr als einer Milliarde Euro. Bereits 2017 stieg allerdings Mitgründer Winckler wieder aus und 2020 dann auch Baumeister. 2020 war es auch, berichtet die "Immobilien-Zeitung", dass alle VC-Geber ihre Anteile an den Altinvestor Hevella Capital, ein Investitionsvehikel von Rolf Elgeti abtraten. "Ein solcher Schritt ist oftmals kein Indiz für florierende Geschäfte", schreibt die "Immobilien-Zeitung" und vermutet unter Bezugnahme auf mit dem Unternehmen vertraute Personen, dass "Elgeti den Geldhahn zugedreht" habe. (tw)