Die Wiener Crowdinvestingplattform Dagobertinvest hat eine Servicegesellschaft gegründet, um Anlegerinteressen bei in Verzögerung geratenen Projekten besser vertreten zu können. Emittenten, die über die Plattform Darlehen für Bauprojekte akquirieren, haben bei Dagobertinvest die Möglichkeit, einmalig die Laufzeit zu verlängern, müssen währenddessen aber einen erhöhten Zinssatz zahlen. Kann der Emittent die Darlehen auch nach Ablauf der Verlängerung nicht zurückführen, wird das Sanierungsteam aktiv. "Das hat dann die Aufgabe, eng mit dem Projektträger zu kommunizieren und schließlich die vom Projektträger vorgeschlagenen Lösungsansätze zu beurteilen, um die Investoren mit nachvollziehbaren Informationen zu versorgen", erklärt Andreas Zederbauer, Vorstand von Dagobertinvest.

Weil die Plattform lediglich Darlehensvermittler ist, darf sie aufgrund aktueller rechtlicher Rahmenbedingungen nicht direkt intervenieren. Aber mit einer regelmäßigen Kontrolle des Projektfortschritts und einer transparenten Information gegenüber den Anlegern, kann dennoch auf der einen Seite der Druck erhöht und auf der anderen Seite das Verständnis für die Besonderheiten bei Projektentwicklungen vertieft werden. Zederbauer betont, dass eine Verspätung nicht gleichbedeutend mit einer Schieflage eines Emittenten sein muss. Häufig werden Baugenehmigungen später erteilt als geplant oder erweist sich der Abverkauf der Objekte schwieriger als gedacht.

Stärkere Anlegerrechte durch EU-Lizenz
Wie auch andere Plattformen strebt Dagobertinvest an, seine Dienstleistungen schon bald im Rahmen der neuen EU-Lizenz anzubieten. Damit wird es auch beim Crowdinvesting möglich, bankenübliche Sicherheiten zu vereinbaren. Künftig will Dagobertinvest die Verträge mit den Anlegern so gestalten, dass sie bereits bei Abschluss die Forderungseintreibung beauftragen. Die dafür notwendige Gewerbezulassung als Inkassoinstitut hat die Plattform bereits. (tw)