HQ Trust: Diese Allokation soll das Portfolio "wetterfest" machen
Die Experten von HQ Trust erwarten ein "verhaltenes, aber robustes" Wachstum der Weltwirtschaft, sehen aber auch Risiken für die Kapitalmärkte und die eigenen Prognosen. Das Multi-Family-Office macht sein Portfolio mit starker Diversifizierung und Verringerung des US-Exposures "wetterfest".
Angesichts erhöhter Risiken an den Kapitalmärkten bleibt HQ Trust bei einer "eher vorsichtigen" Positionierung. Hohe Staatsdefizite, strukturell erhöhte Zinsen und die zunehmende geopolitische Fragmentierung betonten die Bedeutung von Diversifikation, Selektion und aktivem Risikomanagement, sagte Christian Subbe, Chief Investment Officer des Bad Homburger Multi-Family-Office, am Mittwoch (21.1.) vor Journalisten in Frankfurt.
Das schlägt sich nieder in einer Aktienquote von 38 Prozent, fünf Prozent in Anleihen und sechs Prozent in Hedgefonds. Gold behalte seine Rolle als "strategischer Diversifikator", da geopolitische Spannungen, hohe Verschuldung und die Nachfrage der Zentralbanken den Markt stützen. Aktuell legt der Vermögensverwalter gut drei Prozent des Portfolios in dem Edelmetall an. Auch eine Geldmarkt-Beimischung von knapp vier Prozent hält der CIO für sinnvoll.
Weniger USA im Portfolio
"Nicht jede Bewertung im Technologiesektor ist gerechtfertigt", sagt Subbe. Zugleich plädiert er für mehr regionale Diversifikation und eine Verringerung der Dominanz der USA zugunsten von Europa, Japan und asiatischen Schwellenländern.
Auf illiquide Anlageformen entfallen insgesamt knapp 44 Prozent des Portfolios, davon knapp die Hälfte in Private Equity und der Rest verteilt auf Private Debt, Immobilien und Infrastruktur.
Auf dem Private-Equity-Markt sieht Geschäftsführer Jochen Butz eine weitere Belebung mit mehr Verkäufen hochwertiger Unternehmen durch Private-Equity-Fonds. Langfristig erwartet er hier Renditen oberhalb denen am Aktienmarkt. Private Debt biete weiterhin attraktive Kreditmargen.
Am Immobilienmarkt sieht Butz eine leichte Erholung nach der Phase deutlicher Preiskorrekturen und erwartet langfristig erzielbare Nettorenditen zwischen fünf und acht Prozent.
Im Bereich Infrastruktur sieht er eine weiterhin hohe Nachfrage, getragen von "strukturellen Trends wie Dekarbonisierung" und "einem steigenden Bedarf an einer resilienten Energie- und Versorgungsinfrastruktur", mit einem Renditepotenzial von sieben bis neun Prozent.
Eskalation wäre "sehr gefährlich"
In diesem Jahr rechnet HQ Trust mit einer verhaltenen, aber robusten Entwicklung der Weltwirtschaft mit einem Wachstum von 2,4 Prozent, sagte Chefvolkswirt Michael Heise. Dazu tragen laut Heise China mit einem Plus von vier Prozent sowie die Asean-Staaten und Indien mit rund sechs Prozent entscheidend bei.
Für die USA erwartet HQ Trust ein Wachstum von zwei Prozent, getragen von einer Fortsetzung der hohen KI-Investitionen und mindestens einer Zinssenkung durch die Fed.
"Europa kann vor allem dann aufholen, wenn es seine Reformen entschlossen vorantreibt und die Standortbedingungen verbessert", so Heise. Für Deutschland sieht er dieses Jahr ein Plus von 1,2 Prozent und für die EU von 1,4 Prozent.
Die Prognosen gelten unter dem Vorbehalt einer baldigen Beilegung des Grönland-Streits, sagte Heise. Sollte es doch noch zu einer Eskalation mit Strafzöllen der USA und Gegenmaßnahmen der EU kommen, wäre dies "sehr gefährlich" und hätte eine erhebliche Korrektur der BIP-Prognose zur Folge. Eine solche Entwicklung sei aber nicht das Basis-Szenario von HQ Trust, Europa sei "nicht in der Position, ein Zerwürfnis mit den USA herbeizuführen". (dv)














