Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter der Unternehmensgruppe "Deutsche Lichtmiete" (DLM) versuchen, das Kerngeschäft des Oldenburger Unternehmens für Beleuchtungsleasing zu verkaufen. Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß von der Kanzlei Wallner Weiß und sein Kollege Malte Köster von der Kanzlei Willmer Köster teilen mit, rund 30 Investoren hätten Interesse bekundet, das Kerngeschäft der DLM zu erwerben.

Der Verkaufsprozesse wurde während der zwischenzeitlichen Rücknahme der Insolvenzanträge gestoppt. Nach erneuter Eröffnung vorläufiger Insolvenzverfahren hatten Weiß und Köster einmal mehr die M&A-Beratung Rothschild beauftragt, den Investorenprozess zu begleiten.

Anleger sollen einem Verwertungsvertrag zustimmen
Weiß hat kürzlich rund 3.000 Anleger der DLM-Direktinvestments angeschrieben. Sie hatten Leuchten erworben, die anschließend an DLM-Kunden vermietet wurden. "Die Anleger erhalten damit die Möglichkeit, sich an dem laufenden Investorenprozess zu beteiligen", erläutert Weiß, macht aber eine vielsagende Einschränkung: "Das bedeutet, dass die ggf. in ihrem Eigentum befindlichen Leuchten zusammen mit dem Geschäftsbetrieb an den Investor verkauft werden."

Die Frage der Zuordenbarkeit einzelner Leuchten zu ihren Eigentümern hat bei Anlegern große Verunsicherung ausgelöst. Im Anlegerforum "Investmentcheck" werden darüber hinaus die gutachterlichen Bewertungen stark kritisiert, die Grundlage der "Verwertungsaufträge" sind, die den Direktinvestoren zur Unterschrift vorgeschlagen wurden. Der Gutachter kommt beispielsweise auf Werte von lediglich fünf bis sechs Prozent des Kaufpreises, zu dem Anleger 2018 eingestiegen sind.

Auf Anleger wird Druck ausgeübt
Insolvenzverwalter Malte Köster versucht, die positiven Seiten in den Vordergrund zu rücken: "Auch für Direktinvestoren bietet dies Vorteile gegenüber einem komplizierten Einzelverkauf ihrer Leuchten." Denn wer sich nicht am Investorenprozess beteilige, werde es schwer haben, danach seine Leuchten im Alleingang weiter zu vermieten. Dafür sei ein Geschäftsbetrieb erforderlich, notwendige Serviceleistungen wie zum Beispiel Reparatur oder Austausch defekter Leuchten erbringen zu können, und er verweist auf den DLM-Treuhänder Lars Clasen, der ebenfalls dazu rate, dem Verkauf zuzustimmen: Ein Nichtverkauf könne "den geplanten Unternehmensverkauf erheblich stören oder diesen sogar vollkommen zum Erliegen bringen". (tw)