So richtig verwunderlich ist das Ergebnis dieser Umfrage nicht: Menschen im Alter zwischen 16 und 29 Jahren stimmen zu 96 Prozent der Aussage zu, dass der Kauf einer Immobilie heute schwieriger ist als für frühere Generationen. Da kommt schließlich einiges zusammen: Stark gestiegene Immobilienpreise und Baukosten, die wirtschaftliche Unsicherheit in Zeiten der Pandemie, und nicht zuletzt auch das jugendliche Alter, in dem das Thema Hauskauf vielfach noch in weiter Ferne liegen dürfte.  

Eine neue Umfrage, die die BHW Bausparkasse in Auftrag geben hat, hat nun die größten Hindernisse abgefragt. Danach sehen 45 Prozent der 16- bis 29-Jährigen den Preisanstieg als größte Hürde an, 36 Prozent nennen Baukosten, 19 Prozent wirtschaftliche Folgen der Pandemie, und 18 Prozent sind der Meinung, es seien zu wenig Immobilien auf dem Markt. Für die Postbank-Tochter sicherlich besonders relevant ist ein weiterer Punkt, den 25 Prozent der Befragten beklagten: einen Mangel an Startkapital. Immerhin: 53 Prozent glauben trotz allem daran, dass sie "sehr gute" oder "gute" Chancen haben, einmal Wohneigentum zu besitzen. 

BHW fordert Abschaffung der Grunderwerbsteuer  
Henning Göbel, Vorstandsvorsitzender der BHW Bausparkasse, leitet daraus eine politische Forderung ab: "Es muss dringend mehr Anreize für den Erwerb eigener vier Wände geben, vor allem für die junge Generation", fordert er. Konkret könne der Staat einiges tun, um die Investitionsbedingungen zu verbessern: "Wer für die eigene Nutzung kauft, sollte zum Beispiel von der Grunderwerbsteuer befreit werden", sagt Göbel. Diese beträgt inzwischen bis zu 6,5 Prozent vom Kaufpreis. Den jungen Menschen wiederum rät er – wenig verwunderlich – zum Kapitalaufbau, zum Beispiel übers Bausparen. (fp)