Die Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) Universal Investment hat ihr Mandat zur Verwaltung des offenen Infrastrukturfonds Klimasubstanz der KGAL gekündigt. Damit sind mit sofortiger Wirkung die Ausgabe neuer und die Rücknahme bereits ausgegebener Anteile an diesem Sondervermögen ausgesetzt. "Dies gilt auch für bereits vor Kündigung erklärte Rückgabeverlangen", heißt es explizit in einer Mitteilung der KVG.

Im Portfolio sind zwei Erneuerbare-Energien-Kraftwerke
Das Sondervermögen wird abgewickelt, das heißt die Bestandteile des Portfolios werden sukzessive verkauft und die erzielten Erlöse, abzüglich Kosten und einer Rücklage für Eventualkosten, anteilig an die Anleger ausgekehrt.

Das Fondsvolumen beträgt derzeit rund 12,5 Millionen Euro, davon rund sieben Millionen in der Anteilsklasse für Privatanleger. Das Portfolio des Fonds besteht aus zwei Kraftwerken erneuerbarer Energien: Der Windpark Bliesdorf in der Nähe von Lübeck (Bild) hat eine Kapazität von 9,6 Megawatt und wurde im Juni vergangenen Jahres in Betrieb genommen. Der Solarpark Eiderstede unweit von Kiel hat eine Kapazität von 14,2 Megawattpeak und ging im Herbst 2024 ans Netz. Beide Anlagen würden sich operativ planmäßig entwickeln, betont KGAL.

Keine ausreichende Perspektive
Begründet wird die Abwicklung des Fonds damit, dass das ursprünglich angestrebte Fondsvolumen nicht schnell genug zusammenkam und aktuell auch keine ausreichende Perspektive für Neuzeichnungen bestünde. Entsprechend konnte auch die geplante Diversifizierung des Portfolios nicht umgesetzt werden. Hinzu käme, dass dadurch auch die Verwaltungskosten des Fonds im Verhältnis zum Portfolio "übergewichtet" seien.

Die Renditeerwartung für den Fonds sei damit nicht erfüllbar und die Fondsauflösung im Anlegerinteresse angezeigt, erklärt Universal Investment. Als Alternative zur Teilnahme an der Abwicklung bietet KGAL den Anlegern die Möglichkeit, ihre Anteile am Klimasubstanz zum Nettoinventarwert in Anteile des offenen KGAL-Immobilienfonds Immosubstanz zu tauschen.

Binnen vier Jahren sollten bis zu 100 Millionen Euro eingeworben werden
Der Klimasubstanz wurde im November 2023 aufgelegt und sollte binnen vier Jahren ein Volumen zwischen 60 und 100 Millionen Euro erreichen, um damit ein Portfolio mit 15 bis 25 Objekten zu erwerben. Der ebenfalls 2023 aufgelegte DWS Infrastruktur Europa hat mit Stand Ende September 2026 ein Volumen von rund 500 Millionen Euro und ist in sieben Solar- und Windparks in Deutschland, Schweden, Finnland und Spanien investiert. Der Ende 2024 lancierte offene Infrastrukturfonds Quadoro Erneuerbare Energien Europa hat derzeit ein Volumen von rund 40 Millionen Euro und ist in fünf Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland investiert. (tw)