Lage bleibt düster: Immobilienmarkt steckt weiter im Stimmungstief
Die Stimmung am deutschen Immobilienmarkt bleibt gedrückt. Finanzierungsexperten bewerten die aktuelle Lage so pessimistisch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Hoffnung machen lediglich die Erwartungen für die kommenden Monate.
Die aktuelle Lage am deutschen Immobilienmarkt wird so pessimistisch bewertet wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das zeigt eine "Bloomberg News" vorab vorliegende Befragung von Finanzierungsexperten. Grund dürften die geopolitischen Verwerfungen sein.
Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi) hat sich im zweiten Quartal zwar mit minus 8,0 Punkten auf niedrigem Niveau stabilisiert, nach minus 9,1 Punkten im ersten Quartal. Getragen wird das aber von der Hoffnung auf eine baldige Trendumkehr, während die aktuelle Lage in einem Tief feststeckt.
Hoffnung trotz schwacher Gegenwart
Der Difi bildet regelmäßig die Einschätzungen von Immobilienfinanzierern ab. Diese werden vierteljährlich zur Lage am Kreditmarkt in den vergangenen sechs Monaten und zur erwarteten Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt.
"Die Daten bilden die Verunsicherung durch die geopolitischen Spannungen sehr klar ab. Nach Ausbruch des Iran-Kriegs im Februar herrscht am Markt eine ausgeprägte Zurückhaltung", sagte Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany. "Gleichzeitig sehen die Fachleute aber Licht am Ende des Tunnels."
Iran-Krieg belastet den Markt
Vor wenigen Wochen hatte bereits Rainer Neske, der mit der LBBW einen der größten Immobilienfinanzierer in Deutschland führt, auf die bremsende Wirkung des Iran-Kriegs verwiesen. "Es gab Anfang des Jahres erste Anzeichen für eine Erholung am Gewerbeimmobilienmarkt. Diese wurden jedoch mit Beginn des Iran-Kriegs obsolet", so Neske gegenüber "Bloomberg".
Vor rund vier Jahren waren die Immobilienmärkte wegen damals schnell steigender Zinsen und des Trends zum Homeoffice stark unter Druck geraten. Die Bewertungen vieler Objekte brachen ein, was auch Finanzierern aufgrund hoher Risikovorsorge zusetzte. Zwischenzeitlich hatte sich die Lage aber branchenweit wieder stabilisiert. (mb/Bloomberg)












