Aves One hält Logistikequipment im Bestand und bewirtschaftet es. Neben Seecontainern und Wechselkoffern geht es vor allem um Güterwaggons, hier gehört Aves One zu Europas führenden Bestandshaltern. Im Jahr 2019 hat das Unternehmen seinen Umsatz um die Hälfte auf rund 117 Millionen Euro gesteigert und einen um Wechselkurseffekte bereinigten Vorsteuergewinn von elf Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr waren es 2,8 Millionen.

Letztes Jahr fiel die Entscheidung, nicht mehr in Seecontainer, dafür verstärkt in das Rail-Segment zu investieren. "Die Wachstumschancen und Investitionsmöglichkeiten sind im Rail-Segment kontinuierlich attraktiv und stabil“, begründet das Unternehmen den Schritt, bei Seecontainern würden sich hingegen keine nachhaltigen Wachstumsopportunitäten mehr ergeben.

Gute Aussichten trotz Coronas
Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Vermietungsgeschäft schätzt das Unternehmen im Vergleich zu anderen Branchen als relativ gering ein. Der noch verbliebene Bestand an Seecontainern, der immerhin ein Viertel des Umsatzes des vergangenen Jahres getragen hat, profitiert kurzfristig sogar von einer Verknappung des Containerangebots. Für das Wechselbrücken-Geschäft, das 2019 einen Umsatzbeitrag von etwa neun Prozent lieferte, wird eine stabile Entwicklung erwartet, weil Aves One stark auf Logistiker für den B2C-Onlinehandel gesetzt hat. Die bekamen durch Corona Aufwind und werden sich weiter gut entwickeln.

Mit 65 Prozent Anteil am Umsatz ist der Rail-Bereich das wichtigste Standbein. Das Geschäft sei einstweilen nur gering von der Coronakrise betroffen, teilt Aves One mit. "Die Mietkunden sind zwar vorsichtiger geworden, wollen aktuell aber aufgrund der erwarteten Rückkehr zur Normalität keine Wagen zurückgeben", erklärt Vorstand Jürgen Bauer. Der jetzt auch als systemrelevant deklarierte Schienengüterverkehr könnte langfristig sogar gestärkt aus der Situation hervorgehen. Ein Güterzug kann den Transportaufwand von mehr als 50 Lastwagen bewältigen.

Infrastrukturinvestitionen absehbar
Weil das Kundenportfolio der Aves One einen hohen Anteil an staatsnahen Bahnen und Mietern bester Bonität hat, erwartet der Vorstand für Aves One keine signifikanten negativen Auswirkungen durch die Covid-19. Konjunkturelle Prognosen seien zwar schwierig, es sei aber davon auszugehen, dass nach der Pandemie im Rahmen von Konjunkturprogrammen Infrastrukturinvestitionen getätigt werden und der Produktionsstandort Europa gestärkt wird. Dementsprechend sollte der europäische Schienengüterverkehr eher als Gewinner aus der Gesamtentwicklung hervorgehen.

Die Aves One hat vergangenes Jahr drei Anleihen öffentlich begeben. Sie haben ein Volumen von zusammen 48 Millionen Euro und laufen bis 2024. Der jährliche Kupon beträgt 5,25 Prozent. (tw)