Vor den Nordseehäfen Belgiens, Hollands und Deutschlands stauen sich die Containerschiffe. Was man bisher vor allem von den großen Umschlaghäfen in China hörte – und vor allem auf die dortige rigorose Coronapolitik zurückführte – findet nun auch vor den Häfen von Hamburg und Bremerhaven, Rotterdam und Antwerpen statt: Dutzende großer Containerschiffe mit rund zwei Prozent der globalen Frachtkapazität liegen dort vor Anker und warten darauf, entladen zu werden.

"Insgesamt stecken derzeit über elf Prozent aller weltweit verschifften Waren im Stau", heißt es in einem Update des Kiel Trade Indicator, für den das Institut für Weltwirtschaft globale Schiffsbewegungen und deren effektive Auslastung misst und in einem Index abbildet.

Gebrauchte Schiffsfonds sind gefragt
Während die unterbrochenen Lieferketten zur Stagflationsgefahr beitragen, freuen sich Eigentümer von Containern und Schiffen. Denn je länger die Transporte dauern, umso stärker werden weitere Kapazitäten für den weltweiten Seetransport nachgefragt – und das lässt die Frachtraten steigen.

Diese Entwicklung spiegelt sich am Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen wider. Laut aktuellem Marktbericht der Handelsplattform "Deutsche Zweitmarkt" ist das gehandelte Nominalkapital bei gebrauchten Schiffsfonds in den ersten drei Monaten des Jahres um 60 Prozent gestiegen, die Summe der Kaufpreise stieg sogar um 114 Prozent. (tw)


Eine ausführliche Analyse der lukrativen Kehrseite der weltweiten Lieferengpässe lesen Sie in der Ausgabe 2/2022 von FONDS professionell, angemeldete Nutzer finden den Text auch hier im E-Magazin.