Mit rund 1,5 Millionen Quadratmetern sind im zweiten Quartal auf dem deutschen Markt für Lager- und Logistikflächen rund zwölf Prozent weniger umgesetzt worden als im zweiten Quartal des Vorjahres. Vor dem Hintergrund einer längerfristigen Betrachtung, wird diese Zahl von den führenden Maklerhäusern und Marktbeobachtern wie JLL oder BNP Paribas aber als nicht dramatisch beurteilt.

Denn vor einem Zeithorizont von zehn Jahren erweist sich das aktuelle Transaktionsvolumen genau auf dem Durchschnitt über die Vergleichsquartale. Allerdings klaffen die regionalen Entwicklungen relativ stark auseinander. Während Berlin und Düsseldorf mit einem Umsatzminus von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu kämpfen haben, konnten Frankfurt und Hamburg ein Plus von sechs beziehungsweise zehn Prozent verzeichnen. Auch was die Spitzenmieten betrifft, bilden Düsseldorf und Berlin das Schlusslicht. Hier werden selbst in Toplagen nur 5,50 Euro je Quadratmeter und Monat erzielt, wohingegen es in München 7,10 Euro sind.

Lediglich eine "Delle"
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie spiegele sich in den Zahlen weniger deutlich wider als erwartet, schätzt beispielsweise JLL die Lage ein. "In vielen Regionen ist nach einer Phase der Zurückhaltung teilweise auch des Stillstands wieder eine zunehmende Aktivität zu beobachten", beurteilt Helge Scheunemann, Leiter des Researchs für die deutschen Immobilienmärkte bei JLL, die Lage. Auch Christopher Raabe, der bei BNP Paribas den Bereich Logistikimmobilien leitet, sagt, dass es sich lediglich "um eine Delle in den Umsatzzahlen handelt".

Einerseits, so die Erklärung von BNP Paribas, haben exportorientierte Branchen die Krise mit voller Wucht zu spüren bekommen. Andererseits würden in der Gesamtbetrachtung übergeordnete Trends der Logistikwirtschaft, insbesondere die wachsende Bedeutung des E-Commerce, die Verluste weitgehend ausgleichen. (tw)