Markt dreht: Wohnimmobilienpreise kurz vor Rekordhoch
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland ziehen weiter an und nähern sich ihrem bisherigen Höchststand. Branchenvertreter sehen angesichts knappen Angebots weiteres Potenzial nach oben.
Die Wohnimmobilienpreise in Deutschland nähern sich einem Rekordstand. Darauf hat Gero Bergmann, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) und Vorstand der BayernLB, am Mittwoch (22.4.) hingewiesen. Er rechnet mit weiteren Preisanstiegen.
Der 2024 begonnene Aufwärtstrend der Immobilienpreise in Deutschland habe sich im vergangenen Jahr fortgesetzt, erklärte Bergmann bei einer Veranstaltung des VDP in Frankfurt. "Inzwischen sind die Preise für Wohnimmobilien nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt", sagte er.
Markt nur noch knapp unter Höchststand
Der Rekord bei den Wohnimmobilienpreisen stammt aus dem zweiten Quartal 2022, und zuletzt lag der Markt nur noch 2,7 Prozent unter diesem Niveau. Bereits im vierten Quartal 2025 waren die Wohnimmobilienpreise um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Aufgrund des immer größeren Mangels an Wohnraum sind Bergmann zufolge weitere Steigerungen zu erwarten. Ein neuer Rekord bei den Preisen sei in diesem Jahr möglich.
Die Immobilienpreise gerieten 2022 aufgrund der damals rasch steigenden Zinsen unter erheblichen Druck. Dies belastete den gesamten Markt, wobei Gewerbeimmobilien stärker betroffen waren als Wohnimmobilien. Doch auch in diesem Segment steigen die Preise inzwischen wieder, wenn auch nicht ganz so stark wie bei Wohnimmobilien.
Unsicherheiten bremsen Ausblick
Zum Ausblick auf das laufende Jahr äußerte sich Bergmann vorsichtig. Der Krieg im Iran habe nicht nur die ohnehin schon hohe Unsicherheit im Markt verstärkt, sondern wirke sich auch negativ auf die Inflation aus. Eine hohe Inflation ist eine Bremse für die Immobilienmärkte, weil sich Finanzierungen oft verteuern, was auf die Nachfrage drücken würde.
Für die weitere Entwicklung bei den Immobilienpreisen und der Vergabe neuer Immobiliendarlehen kommt es laut VDP stark auf die zukünftige Entwicklung der Zinskonditionen und der Baukosten an. "Aus heutiger Sicht ist nach wie vor mit leicht steigenden Preisen im Jahr 2026 zu rechnen", erklärte Bergmann.
Der VDP hat derzeit rund 50 Mitglieder, darunter Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Pfandbriefbank und Landesbanken wie etwa die Helaba. (mb/Bloomberg)















