Neue Hotspots: Frankfurts Büromarkt verschiebt sich
Während im Frankfurter Bankenviertel kaum Flächen frei sind, entstehen an dessen Rändern neue Büro-Schwerpunkte. Laut dem Immobiliendienstleister JLL treffen dort steigendes Angebot und hohe Nachfrage aufeinander.
An den Rändern des Frankfurter Bankenviertels werden neue Büroimmobilien-Hotspots entstehen. Davon geht der Makler JLL aus. Er sieht dort viele freiwerdende Flächen und zugleich starkes Interesse von Mietern, während es im Bankenviertel kaum leerstehende Büros gibt.
"An der Peripherie des Kern-Bankenviertels dürften sich in den kommenden Jahren zwei neue Hotspots am Büromarkt entwickeln. Zum einen vom Opernplatz entlang der Bockenheimer Landstraße in Richtung Westend", so Suat Kurt, Niederlassungsleiter bei JLL in Frankfurt, in einem Interview mit "Bloomberg". "Und zum anderen zwischen dem Four in Richtung Börse, wo es gleich vier Gebäude gibt, die sich aktuell neu erfinden – ein gesamter Straßenzug."
Er erwartet, dass in den beiden Gebieten insgesamt rund 100.000 Quadratmeter an Büroflächen auf den Markt kommen werden, die sich jeweils zur Hälfte auf die potenziellen neuen Hotspots verteilen.
Bedeutende Mieter verlassen Flächen
An der Bockenheimer Landstraße werden unter anderem die Kanzlei White & Case und der Asset Manager Allianz Global Investors ihre angestammten Büros verlassen.
Bei den Immobilien zwischen Four und Börse handele es sich unter anderem um ein ehemaliges Gebäude der Deutschen Bank sowie ein Haus, das einst das Restaurant "Vapiano" beherbergte. Hinzu komme das Gebäude, in dem derzeit noch die Kanzlei Noerr sitze.
Hohe Nachfrage erwartet
"Wir rechnen mit einer hohen Nachfrage und Mietabschlüssen in den beiden Hotspots, auch deshalb, weil kaum Neubauten in den beiden Gebieten in der Pipeline sind", erklärte Kurt.
Zwar gebe es viele projektierte Neubauten von Bürogebäuden in Frankfurt, doch die Finanzierungsbedingungen hätten sich in den vergangenen Jahren verschärft. Kreditgeber verlangten inzwischen oftmals eine Vorvermietung von 50 Prozent oder sogar mehr, was die Realisierung von Bauprojekten erschwere.
Geringer Leerstand im Bankenviertel
Im Bankenviertel liege der Leerstand derzeit lediglich bei rund sechs Prozent "und in den Top-Gebäuden sogar nur bei 2,5 Prozent", erklärte Kurt. Zugleich seien dort Mieten "im oberen 50er-Euro-Bereich je Quadratmeter" zu sehen.
Frankfurt insgesamt hatte im Jahr 2025 unter großen deutschen Bürovermietungs-Metropolen die meiste Dynamik gezeigt und im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um rund die Hälfte verzeichnet, wie JLL-Daten zeigen. Dahinter standen auch Großanmietungen, etwa von der Commerzbank.
"Wir rechnen auch für 2026 mit Bürovermietungen in Frankfurt, die über dem langjährigen Durchschnitt liegen", sagte Kurt. "Wir gehen aber nicht davon aus, dass es – so wie im vergangenen Jahr – wieder eine Aneinanderreihung von Großabschlüssen geben wird." (mb/Bloomberg)















