Investments in globale börsennotierte Immobilienunternehmen bieten einen vergleichsweise guten Schutz vor Inflation. Davon sind Geoffrey Dybas und Frank Haggerty von Duff & Phelps Investment Management überzeugt. Das Duo verwaltet die "Global Real Estate"-Strategie von Nordea, ein diversifiziertes Portfolio von Real Estate Investment Trusts (REITs) aus aller Welt.

"In der Vergangenheit konnten REITs in Phasen mit steigenden Zinsen und höherer Inflation positive Gesamtrenditen erzielen und Aktien übertreffen", sagt Dybas. Dafür nennt er zwei Gründe: "Zum einen können REITs Cashflows und Dividenden in einem Tempo steigern, das die höheren Kreditkosten aufgrund steigender Zinsen und die negativen Auswirkungen einer höheren Inflation mehr als ausgleichen kann. Zum anderen sollte der Wiederbeschaffungswert der zugrundeliegenden Immobilien steigen, da die Bodenwerte und die Inputkosten anziehen."

Lagerhaltung und Logistik boomen
Haggerty zufolge steht eine solche Phase mit Zinserhöhungen und Inflation bevor. Darunter werde das globale Wirtschaftswachstum leiden. Viele Bereiche des Immobilienmarktes hätten die Tiefen des Corona-Abschwungs jedoch mit gesunden Fundamentaldaten überwunden. Daher ist er positiv gestimmt: "In der Regel treten steigende Zinsen und Inflation in einer sich erholenden Konjunkturphase auf, was wiederum zu einer steigenden Nachfrage nach Gewerbeimmobilien führt."

Es gibt aber gute Gründe, Teile des Immobilienmarktes eher skeptisch zu betrachten. So wirkt sich die Corona-Pandemie deutlich auf traditionelle Sektoren wie Einzelhandel und Büros aus. Doch auch das Immobilienuniversum habe sich gewandelt, betont Haggerty. "So hat beispielsweise das Wachstum des E-Commerce und der Online-Wirtschaft die Nachfrage nach Industrieimmobilien, die sich auf Lagerhaltung und Logistik konzentrieren, rapide ansteigen lassen." (bm)