Die Ratingagentur Scope hat untersucht, wie sich 16 aktuell angebotene offene Immobilien-Publikumsfonds im ersten Halbjahr entwickelt haben. Mit einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 0,9 Prozent und Nettomittelzuflüssen von 4,4 Milliarden Euro sind sie bislang scheinbar ganz gut durch die Coronakrise gekommen.

Allerdings, so schüttet Scope gleich ein wenig Wasser in der Wein, werden auch die offenen Immobilienfonds die Auswirkungen der Krise auf Mietverträge und Immobilienpreise sukzessive und vor allem in den kommenden Quartalen zu spüren bekommen. Das Hotelsegment und der Einzelhandel leiden jetzt schon stark.

Auch negative Renditen möglich
Gleichwohl erwartet Scope für die 16 offenen Immobilien-Publikumsfonds bis zum Ende dieses Jahres eine durchschnittliche Wertentwicklung zwischen 1,5 und zwei Prozent. "Einzelne Fonds", heißt es im aktuellen Scope-Report, "können dabei durchaus negative Renditen ausweisen."

Seit Einführung des Kapitalanlagegesetzbuchs sind offene Immobilienfonds nicht mehr ganz so offen wie davor. Wer seither Anteile erworben hat und wieder zurückgeben möchte, muss das zwölf Monate zuvor anmelden. Insofern lassen sich Corona-bedingte Mittelabflüsse allenfalls auf die Rückgabe früher gezeichneter Anteile zurückführen.

Börsenkurse vergleichsweise stabil
Eine Verkaufsmöglichkeit besteht dennoch über die Börse. Hier hat es zwar im März und April einen starken Kursrückgang gegeben. Im Vergleich zu anderen Aktienindizes ist er jedoch recht moderat ausgefallen. (tw)