Der Hamburger Sachwertanbieter Paribus hat in den vergangenen Jahren durch einige Übernahmen die Anzahl der Fonds, für die er das Asset Management leistet, massiv ausgebaut. Neben den Immobilienfonds von Wölbern Invest sind Fonds von ABN Amro, der Immobilienwerte Hamburg und zuletzt Private-Equity-Fonds von Marble House hinzugekommen.

Selbstläufer sind das nicht. Im Gegenteil. Mal waren Fonds zuvor nach betrügerischem Abzug von Liquidität in Schieflage geraten, mal machten die Änderung des Geschäftsmodells eines Emissionshauses oder der plötzliche Tod des Geschäftsführers erforderlich, dass Bestandsfonds ein neues Zuhause bekommen. Selbst bei der Übernahme mehrerer Fonds eines Hauses zeigt sich, dass jedes einzelne Asset ganz spezifische Aufmerksamkeit erfordert.

Neue Wege und eine Extrameile gehen
Paribus geht dabei zum Teil ungewöhnliche Wege und hinterfragt Gepflogenheiten, die sich im Zuge der allmählichen Gewöhnung daran zu Standards entwickelt haben. Beispiel Mieteroptionen. Es ist üblich geworden, einem Gewerbemieter bei Vertragsabschluss die Option einzuräumen, bestehende Konditionen nach Fristablauf nach eigenem Ermessen zu verlängern. "Das halten wir für Nonsens", sagt Paribus-Geschäftsführer Thomas Böcher. Schließlich räume man jemandem Rechte ein und verpflichte sich selbst aber dazu, passiv zu bleiben. "Damit macht man sich abhängig von der Entscheidung des Mieters."

Für zwei Fonds hat Paribus unübliche Exitstrategien entwickelt, die es den Anlegern ermöglichen, nach Ablauf der regulären Fondslaufzeit entweder ausbezahlt zu werden oder weiterhin investiert zu bleiben – oder sogar eine anteilige Mischung aus beidem. "Man muss viel argumentieren," sagt Böcher, "wenn man von dem, was der Vertragspartner für üblich hält, abweicht." Aber letztlich stärke es die Position des Asset Managers und die Interessen der Anleger. (tw)


FONDS professionell sprach mit Thomas Böcher über die Hintergründe der verschiedenen Übernahmen, die Herausforderungen eines Asset Managers, der ausgetretene Pfade verlässt und über künftige Retail-Produkte. In voller Länge ist das Interview nachzulesen in der neuen Ausgabe 3/2021 von FONDS professionell ab Seite 182. Angemeldete Leser finden das Interview auch hier im E-Magazin.