Mehr als 200 Millionen Euro stehen zur Auszahlung an die P&R-Containeranleger bereit, teilt Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit. Lediglich insolvenzrechtliche Fristen und das Placet der Gläubigerausschüsse müssten noch abgewartet werden, dann kann diese erste Auszahlung vorgenommen werden. Das könne voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres geschehen, sagt Jaffé und fügt hinzu: "Für ein Verfahren dieser Größenordnung ist das ein sehr früher Zeitpunkt."

Normalerweise findet eine Auszahlung an Gläubiger erst am Ende eines Insolvenzverfahrens statt, wenn die gesamte Masse verwertet ist und alle Gläubigerforderungen bearbeitet und festgestellt sind. Unter bestimmten Voraussetzungen, so der Rechtsanwalt, erlaube die Insolvenzordnung im Wege einer sogenannten Abschlagsverteilung ausnahmsweise eine vorzeitige Ausschüttung eines Teilbetrags.

Einheitliche Quoten als Voraussetzung
Zu diesen Voraussetzungen gehört, die Bewirtschaftung der Container zu stabilisieren und ihre Verwertung zu organisieren, um Erlöse zu realisieren. Auch die Zustimmung der Anleger zu einer anteiligen Verteilung für Geldgeber von vier verschiedenen, allesamt insolventen P&R-Gesellschaften war dafür notwendig.

Das Einverständnis der Gläubiger mit einer quotalen Verteilung war erforderlich, weil die möglichen Quoten der vier insolventen Gesellschaften unterschiedlich hoch sind. Entsprechend fallen die einstweiligen Rückstellungen, die in den insolventen Gesellschaften gebildet werden müssen, unterschiedlich hoch aus, was zu Quoten zwischen vier und 7,5 Prozent für die jetzt anstehende Auszahlung führt. Wenn die Rückstellungen im Laufe des Verfahrens aufgelöst werden, wird dieser Unterschied wieder ausgeglichen, so dass eine für alle Anleger einheitliche Quote gewahrt sein wird. Eine weitere Abschlagszahlung stellt Jaffé für 2022 in Aussicht. (tw)