Der Insolvenzverwalter der vier deutschen P&R-Containerverwaltungsgesellschaften, Michael Jaffé, lässt seiner Ankündigung von Anfang März nun Taten folgen und kehrt in einer ersten Runde gut 200 Millionen Euro an die rund 54.000 geschädigten P&R-Anleger aus. Sie werden in den kommenden Tagen individuell über die Höhe ihrer Auszahlung informiert.

Jaffé betont in einer Mitteilung, die FONDS professionell ONLINE vorliegt, wie außergewöhnlich früh diese erste Abschlagsverteilung vorgenommen werden kann. Normalerweise würde Derartiges erst am Ende eines Insolvenzverfahrens stattfinden, sofern nach der Verwertung der gesamten Masse noch genügend Kapital vorhanden ist. Die Auszahlung setzte voraus, dass die Gläubigerversammlungen der Aufteilung der Erlöse zwischen den vier P&R-Gesellschaften zugestimmt haben. Jaffé kündigt die nächste Zahlung bis Mitte 2022 an - und richtet zugleich einen Appell an alle Alt-Anleger von P&R.

Weil Ende 2021 Anfechtungsansprüche verjähren, hatte Jaffé alle Geldgeber um ihre Zustimmung zu einer Hemmungsvereinbarung gebeten, die seiner Darstellung nach den Zeitdruck rausnähme. Dann, so seine Argumentation, könne in Ruhe geprüft werden, ob Anfechtungsansprüche zum Beispiel gegen frühere Anleger bestehen, die zwar keine Gläubiger einer P&R-Gesellschaft mehr sind, deren Auszahlungen aber in den Zeitraum bis zu vier Jahre vor Insolvenzanmeldung fielen. Verweigern diese Gläubiger, die nun erneut kontaktiert werden, die erwähnte Hemmungsvereinbarung, könne sich Jaffé gezwungen sehen, vorsorglich deren Auszahlungen bis zum 31. Dezember per Mahnbescheid und gegebenenfalls Klageerhebung zurückzufordern, um die Gläubigerinteressen insgesamt zu wahren. (tw)