Das Interesse von Privatanlegern an Investitionen in die Private Markets nimmt weiter zu, berichtet der Finanzdienstleister State Street. Doch so einfach ist es in der Praxis nicht, denn die starke Nachfrage erfordert entsprechend breite Marktzugänge. "Das verändert die Arbeitsweise der Branche grundlegend. Der Erfolg wird davon abhängen, wer in der Lage ist, die Komplexität zu bewältigen und für einen viel größeren Kundenkreis konsistente Ergebnisse zu erzielen", meint Jörg Ambrosius, Präsident des Bereichs Investment Services bei State Street.

Während die Ausweitung des Zugangs für Privatanleger nach wie vor eine interessante Investmentchance darstellt, sind die Unternehmen hinsichtlich des Wachstumstempos zunehmend zurückhaltend. Das ergab die aktuelle Private-Markets-Studie von State Street mit dem Titel "Resilience Meets Opportunity". 43 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass in den nächsten drei Jahren mindestens die Hälfte des Kapitals von Privatanlegern stammen wird. Gegenüber 56 Prozent in der Umfrage des Vorjahres ist das ein Rückgang. "Das spiegelt eine realistischere Einschätzung der operativen und vertrieblichen Herausforderungen wider", heißt es in der Studie.

Krisen fördern die Nachfrage nach Private Assets
Gleichwohl bieten bereits 84 Prozent der Vermögensverwalter Private-Markets-Strategien für Privatanleger an oder planen dies. Das sieht State Street als ein Zeichen dafür, dass die Privatmärkte ein "Kernbestandteil der Branchenstrategie" geworden sind. Schließlich sei die Nachfrage nicht zuletzt wegen der geopolitischen Unsicherheiten, des Inflationsdrucks und der Marktvolatilität weiterhin äußerst robust.

Nur sieben Prozent der Unternehmen, die an der Studie teilgenommen haben, rechnen damit, ihre Allokationen zu reduzieren, während die Hälfte plant, ihr Engagement zu erhöhen. Dies untermauert die Rolle privater Märkte als Kernkomponente des langfristigen Portfolioaufbaus. "Selbst in einem von größerer Unsicherheit geprägten Umfeld sind private Märkte zunehmend der Ort, an dem Anleger Zugang zu den wichtigsten langfristigen Wachstumsthemen erhalten, und dienen als entscheidende Quelle für Renditen und Diversifizierung", sagte Donna Milrod, Chief Product Officer bei State Street. (ae)