Das Geld sitzt nicht mehr so locker, und das bekommt die Investmentbranche zu spüren. So ist im Private-Equity-Markt die Akquisition von frischem Anlegerkapital anspruchsvoller geworden. Wesentliche Gründe dafür sind laut einer Ocorian-Studie verschärfte Due-Diligence-Anforderungen und regulatorische Unsicherheiten. "Das Umfeld für die Kapitalbeschaffung von Private-Equity-Managern wird nicht nur schwieriger – es wird auch selektiver, stärker auf Fakten ausgerichtet und stellt höhere operative Anforderungen", berichtet Richard Hansford, Leiter des Bereichs EMEA Fund Sales bei Ocorian.

Die Studie hebt die wachsende Bedeutung der Bewertungsmethodik bei der Due-Diligence-Prüfung durch Investoren hervor. Ebenfalls streng analysiert werden Risiken im Zusammenhang mit der Verschuldung und der Finanzierung von Investments. "Das unterstreicht die Notwendigkeit, dass Fondsmanager im Wettbewerb um Kapital solide Bewertungsprozesse, eine transparente Berichterstattung und fachliche operative Unterstützung nachweisen müssen", meint Hansford.

Risikobetrachtungen und Allokationsüberlegungen bremsen den Vertrieb
Der Finanzdienstleister Ocorian führte eine Umfrage unter 300 Führungskräften von Private-Equity-Managern in den USA und Europa durch, deren Unternehmen insgesamt ein Vermögen von 3,5 Billionen Dollar verwalten. 62 Prozent der Befragten gaben an, dass die Kapitalbeschaffung im Jahr 2026 im Vergleich zu 2025 etwas schwieriger wurde. Immerhin ein Drittel erklärte jedoch, dass das Fundraising etwas einfacher ist. Nicht nur verschärfte Due-Diligence-Anforderungen und regulatorische Unsicherheiten blockieren Zeichnungen, sondern auch Beschränkungen bei der Gesamtallokation und die Umschichtung von Investitionskapital weg von alternativen Anlagen.

Außerdem brachte die Umfrage zutage, dass Anlageentscheidungen selektiver getroffen werden. Gefragt sind einerseits spezialisierte Fondsmanager und andererseits stabile Vertrauensverhältnisse auf Basis langjähriger Zusammenarbeit. In den Private Markets liegen Private Equity und Venture Capital in der Anlegergunst vor den Assetklassen Private Credit, Energie und Infrastruktur. (ae)