Private Equity trimmt Beteiligungen auf Effizienz
Laut einer Studie müssen Wertsteigerungen heute schnell erarbeitet und schon sehr früh in der Haltedauer der Unternehmensbeteiligung sichtbar werden.
Die Steigerung von Unternehmenswerten kann auf verschiedenen Wegen erzeugt werden. Auf der einen Seite stehen organisches und anorganisches Wachstum, auf der anderen Seite wird das bestehende Geschäft im Hinblick auf die Verbesserung des Outputs und der Margen unter die Lupe genommen. Private-Equity-Fonds erhöhen bei der Wertsteigerung ihrer Portfoliounternehmen zunehmend das Tempo und dabei stehen operative Eingriffe im Vordergrund, berichtet die Unternehmensberatung FTI-Andersch und beruft sich dabei auf ihre Marktuntersuchung "The Value Creation Edge".
FTI Consulting hat nach eigenen Angaben weltweit 555 Entscheider aus Private-Equity-Gesellschaften in 14 Ländern befragt, davon 36 Prozent in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Zur Bewertung standen neun Kernmaßnahmen zur Wertsteigerung von Beteiligungsunternehmen und zwei unterstützende Faktoren, nämlich die künstliche Intelligenz (KI) und die Optimierung und Modernisierung der Backoffice-Technologie.
Verbesserungen im bestehenden Betrieb
Die Studie ergab, dass sich am schnellsten Eingriffe in der Steuerung der Finanzen und bei Kosten bemerkbar machen: 82 Prozent der Befragten sehen bei der Optimierung des Umlaufvermögens und der Liquidität binnen zwölf Monaten Ergebnisse in ihren Beteiligungen, danach folgen Kostensenkungen, Effizienzmaßnahmen beim Personal (jeweils 73 Prozent) und Preisanpassungen (72 Prozent).
"Bei den führenden Fonds beobachten wir, dass sie alle relevanten Maßnahmen zunehmend standardisiert und in Teilen auch automatisiert haben. Dann beginnt schon an Tag eins nach der Übernahme die Performance-Verbesserung. Denn Anlage-, aber auch Leistungsdruck sind zuletzt global weiter angestiegen", fasst Gero Güllmeister, Senior Managing Director und Vorstand von FTI-Andersch, das zentrale Studienergebnis zusammen. Wer nicht liefern könne, verliere schnell das Vertrauen der Investoren. Künstliche Intelligenz sei ein neuer Hebel, um diesen Anforderungen besser gerecht werden zu können.
Time is money
Eine weitere interessante Erkenntnis: Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle. Der "Private Equity Value Creation Index" zeigt, dass die erfolgreichsten Fonds deutlich öfter "umsatznahe Hebel" in Bewegung setzen. 46 Prozent nehmen Preissetzung, Vertrieb, Marktausbau und Kundenbindung mit hoher Priorität ins Visier, bei den übrigen sind es 26 Prozent. Außerdem arbeiten die Vorreiter mehr als doppelt so oft mit stark standardisierten Vorgehensweisen (23 gegenüber zehn Prozent). Besonders groß ist der Unterschied in der Frage der Personaleffizienz: Während 53 Prozent der Top-Fonds hier ansetzen, sind es bei den übrigen Fonds nur 27 Prozent. (ae)















