Spätestens im dritten Quartal kommenden Jahres will der Sachwerteanbieter KGAL ein neuartiges Investmentprodukt auf den Markt bringen. Rechtlich handelt es sich um ein Sondervermögen, strukturell vergleichbar mit dem herkömmlichen offenen Immobilienfonds, nur dass eben in Infrastrukturprojekte und nicht in Immobilien investiert wird.

Asset-Erweiterung des Sondervermögens
Möglich wird das durch eine Änderung des regulatorischen Rahmens, die vor gut einem Jahr in Kraft trat. Mit dem Gesetz zur Stärkung des Fondsstandorts Deutschland wurden die Paragrafen 260a bis 260d ins KAGB eingefügt, die die möglichen Assets, die in einem Sondervermögen gehalten werden dürfen, auf Infrastrukturprojekte erweitern und ihm ähnliche Möglichkeiten bieten wie ein offenes Immobiliensondervermögen. Es gibt eine Höchstgrenze für Fremdkapital und eine Mindestgrenze für Liquidität, die vorgehalten werden muss, um mindestens einmal pro Jahr die Rücknahme von Anteilen gewährleisten zu können.

KGAL will damit zum Beispiel Ratensparern ab Beträgen von 25 Euro ein Investment in Infrastrukturprojekte ermöglichen. "Auf Basis unseres starken institutionellen Geschäfts wird die KGAL mit attraktiven offenen Fondsprodukten in ihren Kernfeldern Immobilien und Erneuerbare Energien auch für Retail-Kunden relevant sein", betont Florian Martin, Geschäftsführer der KGAL Investment Management. Im KAGB ist die Beschreibung möglicher Assets relativ weit gefasst. Dort ist die Rede von "Einrichtungen", die dem "Funktionieren des Gemeinwesens" dienen. Der neue KGAL-Fonds soll aber lediglich in Solar- und Wasserkraftanlagen sowie Windparks investieren.

Personelle Verstärkung
Als Leiter des Bereichs Offene Investmentfonds fing zum 1. September 2022 Michael Kohl bei der KGAL an. Er wird die strategische Produktverantwortung und -entwicklung der offenen Fonds übernehmen, also neben neuen Produkten, wie dem fürs nächstes Jahr geplanten Infrastrukturfonds, auch für den 2019 aufgelegten offenen Immobilienfonds Immosubstanz. (tw)