"Proreal Deutschland 7": Wertberichtigung um drei Viertel – nach unten
Anleger der One Group, die 2019 in die Schuldverschreibung "Proreal Deutschland 7" mehr als 100 Millionen Euro investierten, bangen um ihr Kapital. Ein inzwischen für das Jahr 2023 vorliegender Jahresabschluss nimmt erhebliche Abschreibungen auf Forderungen vor.
Die Anleger der Namenschuldverschreibung "Proreal Deutschland 7" erhalten in diesen Tagen Post von Joachim Winter, dem Geschäftsführer der Emittentin, die 2019 bei rund 4.000 Anlegern 107 Millionen Euro nachrangiges Kapital eingesammelt hat, um damit Wohnimmobilienprojekte zu finanzieren.
Mit Bezug auf den 2023er-Jahresabschluss der Zwischengesellschaft SC Finance One (SCFO), an die die Mittel weitergeleitet wurden, teilt Winter aktuell mit, dass die SCFO ihre Forderungen, die sie ihrerseits gegen kreditierte Projektgesellschaften hat, um 74 Prozent wertberichtigen musste. Mitte November vergangenen Jahres gab es dazu bereits eine Pflichtmitteilung, die ankündigte, dass mit Rückzahlungen der Vermögensanlage "Proreal Deutschland 7" nur noch in Höhe von rund 30 Millionen Euro zu rechnen sei. Ein halbes Jahr zuvor hatte es bereits eine solche Pflichtmitteilung gegeben. In der hieß es jedoch noch, dass "ein derzeitiger Verkauf der Immobilien nicht ausreichend Liquidität generieren würde, um das Darlehen der Emittentin vollständig zurückzuführen".
Auch die Markterholung wird einen Kapitalverlust nicht verhindern
Zur Begründung des angekündigten Verlusts von drei Viertel des Anlegerkapitals bemüht Winter zum einen die schlechten Marktbedingungen der Jahre 2022 bis 2024 und zum anderen bilanzrechtliche Vorgaben: "Das Niederstwertprinzip besagt, dass Vermögensgegenstände in der Handelsbilanz mit dem niedrigeren Wert angesetzt werden müssen, wenn mehrere Bewertungsmöglichkeiten bestehen. Es dient dem Vorsichtsprinzip und schreibt vor, dass nicht realisierte Verluste frühzeitig erfasst werden, während Gewinne nur bei Realisierung angesetzt werden. Dies führt zu einer außerplanmäßigen Abschreibung, wenn der aktuelle Marktwert niedriger ist als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten", schreibt er den Anlegern.
Seit 2025 gebe es indes auch Anzeichen einer Markterholung, weckt Winter Hoffnung. Er gehe nicht davon aus, "dass Verluste in Höhe der vorgenommenen Wertberichtigung realisiert werden", wohl aber "dass es zu einem Teilausfall der Vermögensanlage kommen wird". (tw)















