In München hat der Strafprozess gegen den ehemaligen Sachwertfonds-Initiator und Vertriebler Malte Hartwieg begonnen, berichtet das "Handelsblatt". Die Staatsanwaltschaft wirft dem "Graumarktkönig" vor, Anleger in mehr als 7000 Fällen betrogen und damit einen Vermögensschaden in Höhe von 170 Millionen Euro angerichtet zu haben. In der Anklageschrift wird Hartwieg unter anderem vorgeworfen, unter Pseudonymen gearbeitet zu haben. "Als Georg Altendorf veröffentlichte er Analysen, in denen seine Fonds gut abschnitten“, schreibt das Handelsblatt. Weitere Tarnnamen, unter denen er Anleger akquiriert haben soll, waren etwa Bernd Schäfer, Norbert Freund, Ingrid Brand oder Serena Di Vicenco. Hartwieg sitzt bereits seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft.

Ab 2013 zerbröselte das Hartwieg-Imperium, als seine Emissionshäuser Selfmade Capital, New Capital Invest und Euro Grundinvest dicht machten und auch deren Fonds, die Hartwieg über seinen Discount–Vertrieb Dima24 verkaufte, einer nach dem anderen in die Insolvenz ging.

Die Zielinvestitionen waren ausgedacht
Laut Staatsanwaltschaft, so fasst das Handelsblatt die zentralen Vorwürfe zusammen, hat Hartwieg zusammen mit seinem Geschäftspartner Christian K. Anleger bewusst getäuscht. Sie hätten sich Investitionsziele wie etwa eine Biodiesel-Raffinerie im Mittleren Osten, die ein Monopol habe und eine von Abu Dhabi staatlich garantierte Rendite von 17 Prozent pro Jahr  abwerfe, nur ausgedacht.

K., den die Staatsanwaltschaft für einige der Betrugsfälle mit angeklagt hat, blieb dem Prozess fern. Er lebt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Behörden gegen ihn wegen Geldwäsche und Unterschlagung ermitteln, so dass er das Land nicht verlassen dürfe, schreibt das Handelsblatt. Sein Verfahren wurde abgetrennt. (tw)