Über die vergangenen zehn Jahre haben Anleger schätzungsweise knapp zwei Milliarden Euro durch Öko-Investment-Flops am grauen Kapitalmarkt verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung im Auftrag der Bürgerbewegung Finanzwende.

"Viele Menschen lassen sich durch ökologische Versprechen täuschen und schauen beim Finanziellen nicht so genau hin", teilt die Organisation mit, die der Grünen-Politiker Gerhard Schick vor drei Jahren gegründet hatte. "Doch nur weil ein Investment ökologisch nachhaltig sein mag, muss es nicht automatisch auch finanziell nachhaltig sein."

"Investment-Flops mit grünem Mäntelchen schaden dem Markt"
Auf ihrer Website listet "Finanzwende" 15 Fälle auf, bei denen die Gesellschaften Insolvenz anmelden mussten. Hinzu kommen fünf weiterhin aktive Anbieter "mit sehr kritischem Hintergrund", wie es in der Zusammenstellung heißt. Genannt werden außerdem drei Crowd-Plattformen "mit einer Reihe von Problem-Fundings". Als Schätzungen für die größten Schadensummen gibt die Organisation Prokon (rund 600 Mio. Euro), UDI (rund 150 Mio. Euro) und Windreich (rund 100 Mio. Euro) an.

"Zu viele Anbieter nutzen das ökologische Bewusstsein von Anlegerinnen und Anlegern perfide aus. Sie vertreiben hochriskante und oftmals unseriöse Investments mit ökologischen Versprechen", kritisiert Magdalena Senn, Finanzwende-Referentin für nachhaltige Finanzmärkte. Private Investitionen seien für den nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft unerlässlich. "Aber Investment-Flops mit grünem Mäntelchen schaden dem Markt für grüne Geldanlagen und zerstören Vertrauen." (bm)