2021 performten offene Immobilienfonds durchschnittlich mit 2,0 Prozent, hat die Ratingagentur Scope ausgerechnet. Ein Jahr zuvor waren es noch 2,4 Prozent. Weil sich binnen Jahresfrist die Rendite der einjährigen Bundesanleihe nur sehr gering verändert hat, hat sich der Renditeabstand zwischen den beiden Anlageformen verkleinert.

Der Untersuchung lagen nicht alle von Scope regelmäßig beobachteten offenen Immobilienfonds zugrunde, sondern nur die, deren Portfolio auf Gewerbeimmobilien fokussiert. Während der vergangenen 15 Jahre übertraf deren Wertentwicklung fast immer die Performance der einjährigen Staatsanleihe deutlich. Die Differenz wird in der folgenden Grafik als "Premuim" ausgewiesen.


Inflations- und Konjunkturentwicklung trübt die Stimmung ein
2021 war die Renditedifferenz mit 2,6 Prozentpunkten so niedrig wie seit 2014 nicht mehr. Im Jahr 2020 hatte sie noch bei 3,0 Prozentpunkten gelegen. Von 2013 bis 2019 war der Renditeaufschlag relativ konstant gewachsen.

Als wesentliche Ursache für die zurückgegangene Performance der offenen Immobilienfonds hat Scope vor allem die Corona-Krise ausgemacht. Gewerbeimmobilien – allen voran Hotel- und Einzelhandelsimmobilien – litten besonders stark unter den Folgen der Pandemie. In der zweiten Jahreshälfte zeigte sich jedoch wieder ein Aufwärtstrend: die Renditedifferenz nahm wieder zu. Gleichwohl erwartet Scope, dass offene Immobilienfonds weiterhin unter Druck stehen werden. "Weitere Auswirkungen der Corona-Krise, steigende Zinsen und Inflationsraten sowie die Unsicherheiten aus der geopolitischen Situation lassen Risiken hinsichtlich Leerstand und Objektbewertungen steigen und können sinkende Wertänderungsrenditen nach sich ziehen", heißt es in der Zusammenfassung der Studie, "besonders der Ukraine-Krieg und die Inflations- und Konjunkturentwicklung werden eine bedeutende Rolle spielen – sowohl für die Investitionsentscheidungen der Anleger als auch für die Entwicklung der Fonds." (tw)