Die Ratingagentur Scope hat zusammengetragen, was im Markt der geschlossenen Fonds und der Vermögensanlagen im ersten Quartal 2021 neu emittiert wurde: Gerade mal sechs Publikums-AIF und fünf Vermögensanlagen sind von der Bafin in den vergangenen drei Monaten zum Vertrieb zugelassen worden.

Gemessen am prospektierten Emissionsvolumen dominieren bei geschlossenen Fonds die Assetklassen Private Equity und Immobilien. Inklusive Ausgabeaufschlag wurden knapp 150 Millionen Euro neu zur Zeichnung angeboten. Die Anzahl neuer Produkte und deren Gesamtvolumen sind verglichen mit dem vorausgegangenen Quartal damit rückläufig, vor allem das prospektierte Eigenkapitalvolumen fiel um fast 30 Prozent geringer aus.

Immobilien dominieren das Angebot
Stärkstes Segment ist mit rund 69 Millionen Euro Emissionsvolumen Private Equity, wobei Scope dazu auch den "DF Deutsche Finance Investment Fund 18" zählt, der zwar in Unternehmensbeteiligungen investiert, die Zielunternehmen investieren ihrerseits jedoch in Immobilien. Mit dem "Immac Sozialimmobilien 106. Renditefonds" und dem "Immobilienportfolio Deutschland I" von Dr. Peters – mit 53 Millionen Euro das volumenreichste Neuangebot – melden sich zwei Traditionsanbieter nach längerer Emissionspause wieder zurück. Der "Ökorenta Erneuerbare Energien 12", der in Windenergie- und Solarparks investiert, bietet 16 Millionen Euro Eigenkapital zur Zeichnung an.

Von der Prospektpflicht befreite Vermögensanlagen dominieren
Das angebotene Volumen bei Vermögensanlagen ist sogar um fast 70 Prozent zurückgegangen. Die fünf neuen KG-Beteiligungen und Schuldverschreibungen kommen zusammen auf ein zu platzierendes Volumen von nur noch rund 28 Millionen Euro.

Die Scope-Analystin Stephanie Lebert weist jedoch darauf hin, dass nur diejenigen Vermögensanlagen erfasst werden, die einer Prospektpflicht unterliegen, das heißt, dass zum Beispiel Crowdinvestments außen vor bleiben. Laut dem aktuellen Marktreport der Plattform Crowdinvest wurden im vergangenen Jahr Schwarmfinanzierungen mit einem Gesamtvolumen von 328 Millionen Euro gezeichnet.

Ausblick
Die Corona-Krise hat nach Ansicht von Lebert erhebliche Auswirkungen auf das Produktangebot. Einige schon geplante und strukturierte Produkte würden derzeit erst gar nicht in den Genehmigungsprozess gegeben. Trotz aktueller Schwierigkeiten – vor allem bei Hotels oder Shoppingcentern – werden "Immobilien als Vermögensgegenstände aber nicht grundsätzlich aus der Allokation der Anleger verschwinden", schätzt die Scope-Fachfrau die künftige Lage ein. "Profiteure werden neben Wohnimmobilien die Bereiche Online-Logistik sowie der Lebensmitteleinzelhandel sein. Auch das Segment Infrastruktur, insbesondere erneuerbare Energien, sollte vor allem nicht zuletzt unter ESG-Gesichtspunkten attraktiv sein." (tw)