FONDS professionell bot 15 Anbietern von Sachwertinvestments die Möglichkeit, ihr Haus und ihre Produkte vorzustellen. Allerdings mussten sie sich bereit erklären, sich einer kritischen Diskussion zu stellen. Der "Counterpart" zu jedem Emittenten-Vortrag war von langer Hand vorbereitet. Denn FONDS professionell hat für die 15 Fachvorträge einschlägige Experten gebeten, sich zu präparieren und gezielte Fragen zu den Produkten, zu den Häusern und ihrem Track Record zu stellen. Die Experten kamen aus der Fondsanalyse und der Beratung, brachten also einen Perspektivwechsel ins Spiel.

Beim neuen Präsentationsformat stand Pate, dass erst in der kontroversen Auseinandersetzung und im Abgleich von Fürs und Widers ein Produkt anschaulich wird. Das Konzept ist aufgegangen, auch aus Sicht der Anbieter, die ein gewisses Risiko eingegangen waren. Schließlich wussten sie im Vorfeld nicht so genau, was auf sie zukommt. "Die Auswahl der Fragesteller ist hervorragend gelungen, so dass die Vortragenden sich auch kritischen Fragen stellen mussten", findet Mark Später, Leiter Privatinvestoren bei DII. "Die Kombination aus Kurzvortrag mit fachkundigen Fragen stellt aus meiner Sicht einen deutlichen Mehrwert für die Teilnehmer dar", fasst Michael König, Vertriebsleiter bei Primus Valor, seine Erfahrung dieses Tags zusammen.

Gesamtes Spektrum abgedeckt
Mit den verschiedenen Produktanbietern deckte die Veranstaltung das gesamte derzeitige Spektrum des Sachwertemarkts ab. Dass elf von 15 Anbietern von der Immobilie kamen, spiegelt deren Marktanteil adäquat wider. Auch das gesamte Spektrum unterschiedlicher Zugänge zu Immobilieninvestments war präsent: Offene Immobilienfonds (Catella, Kanam und Swiss Life), geschlossene Immobilienfonds mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Patrizia zur Zukunft des Büros, Verifort mit Health-Care-Immobilien, BVT mit Wohnimmobilien in USA, Dr. Peters mit Lebensmittel-Nahversorgungs-Immobilien und DII sowie Primus Valor mit Value-Add-Konzepten für Bestandswohnimmobilien) und nicht zuletzt: Direktinvestments in Wohnimmobilien (Domicil und Alpha Real Estate).

Mit HEP war ein Anbieter von Solarparks vor Ort und stellte sich kritischen Nachfragen, mit Fidelity und HMW war zudem das Segment Private-Equity vertreten, wenngleich mit sehr unterschiedlichen Investitionsansätzen. Interessant, weil jenseits allen Mainstreams, war auch, was das Haus Agri Terra vorstellte: Investments in Zitrus- und Gemüseplantagen in Paraguay.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung als thematische Klammer
Die große thematische Klammer, die die einzelnen Vorträge bei all ihrer Unterschiedlichkeit auf Ebene der Assets zusammenführte, waren die beiden Megathemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. In jedem einzelnen Vortrag wurde dazu – mal mehr, mal weniger explizit – Stellung bezogen. In zwei Podiumsdiskussionen ging es dann übergreifend um den Stellenwert von ESG und die Gefahr des Greenwashing im gegenwärtigen Sachwertangebot und darum, mit welchen Hauptproblemen die Branche derzeit noch in Sachen Digitalisierung zu tun hat. Auch wenn es vereinzelt bereits volldigitalisierte Zeichnungsstrecken gibt, die auch eine Geeignetheitsprüfung rechtskonform digital abbilden können, zeigte sich insgesamt jedoch, wie viel Entwicklungspotenzial in der Digitalisierung von Sachwerten noch steckt. (tw)


Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch in der kommenden Heftausgabe 4/2021 von FONDS professionell, die Ende November erscheint.