Die Ratingagentur Scope hat die Entwicklung der Renditen von 14 offenen Immobilienfonds mit der Entwicklung der Renditen deutscher Staatsanleihen verglichen. Während der vergangenen 15 Jahre lag die Rendite offener Immobilienfonds immer deutlich oberhalb deutscher Staatsanleihen.

Die Differenz zwischen den jeweiligen Renditen nahm seit 2013 kontinuierlich zu – bis 2020. Da endete der Trend. Die durchschnittliche jährliche Rendite offener Immobilienfonds sank von 2,9 auf 2,3 Prozent, während deutsche Staatsanleihen mit -0,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres verharrten. Dadurch nahm die Renditedifferenz, Scope nennt sie "Premium" (siehe Abbildung), von 3,5 auf 2,9 Prozentpunkte ab.

Wertänderungsrenditen fallen aus
Die Entwicklung der Performance der offenen Immobilienfonds mit gewerblichem Fokus, so die Begründung von Scope, war seit 2013 insbesondere durch Aufwertungen der Bestandsobjekte getrieben. Weil jedoch Gewerbeimmobilien – vor allem Hotels und Einzelhandelsimmobilien – besonders stark unter der Corona-Krise leiden, fallen Aufwertungen im Bestand als Renditetreiber künftig aus.

Die durchschnittliche Rendite offener Immobilienfonds wird weiter zurückgehen, prognostiziert Scope. Die Betreiber von Hotels und Shoppingcentern sind finanziell angeschlagen und verhandeln Mietpreissenkungen. "Hinzu kommt eine steigende Anzahl an Mietern, die gänzlich ausfallen", bewertet Scope die Situation. Vor allem Objekte, die in den vergangenen Jahren auf historisch hohem Preisniveau erworben wurden, könnten unter negativen Wertänderungsrenditen leiden. (tw)