Wenn Kinder erben, können sie einen Freibetrag von 400.000 Euro geltend machen. Für die Enkelgeneration halbiert er sich auf 200.000 Euro. Ist das Erbe größer, fällt Erbschaftsteuer an. Erben Kinder oder Enkel einen Wirtschaftsbetrieb oder Teile daran, dann werden selbst die vergleichsweise hohen Freibeträge häufig überschritten. Firmenvermögen ist jedoch in der Regel nur zu einem sehr geringen Teil liquides Vermögen, so dass eine hohe Steuerpflicht die Liquidierung von Anlagevermögen oder gar die Zerschlagung des Betriebs zur Folge haben könnte.

Um den generationenübergreifenden Fortbestand von Unternehmen zu fördern, hat der Gesetzgeber Betriebsvermögen zu Schonungsvermögen erklärt und weitreichende Erleichterungen ermöglicht. Unternehmerische Beteiligungen wie Windparks oder Solarfonds sind häufig gewerblich konzipiert, womit sie im Erbfall von Steuererleichterungen profitieren, die weit über die Freibeträge hinausgehen können.

Schrittweise Vergrößerung des steuerfreien Betrags
Ein erster Unterschied zu Barvermögen ergibt sich daraus, dass zur Bewertung eines Gesellschaftsanteils der Preis herangezogen wird, der bei einem gewöhnlichen Verkauf zu erzielen wäre. Im Fall eines Solarfonds oder eines Windparks können auf dem Zweitmarkt erzielte Kurse als Orientierung dienen. Im unten dargestellten Beispiel wurde ein Marktwert der Beteiligung mit 90 Prozent angenommen.

Paragraf 13 des Erbschaftsteuergesetzes sieht vor, dass von diesem Wert 85 Prozent erbschaftsteuerfrei gestellt werden können, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Erbe das Betriebsvermögen mindestens fünf Jahre halten muss und ein bestimmtes Lohnniveau der Mitarbeiter nicht unterschritten werden darf.

Bis zu einer Million Euro gänzlich steuerfrei
Mittels dieser beiden Schritte ergibt sich im hier vorgestellten Beispiel ein Betrag von nur noch 67.500 Euro als zu berücksichtigender Erbfall. Doch auch diese Position kann bis zu 150.000 Euro betragen, bevor sie zur Verrechnung mit den Freibeträgen des Erben herangezogen würde. Dieser Abzugsbetrag ermöglicht die Vererbung von Betriebsvermögen von bis zu einer Million Euro, ohne dass Erbschaftsteuern anfallen oder die Freibeträge des Erben beansprucht würden. (tw)

Über weitere Möglichkeiten, mit Sachwerten Erbschaftsteuern zu sparen und welche Fallstricke dabei lauern, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FONDS professionell 2/2021 ab Seite 332. Angemeldete Nutzer finden den Text auch hier im E-Magazin.