Die US-Treuhand, Initiatorin geschlossener Fonds mit US-Immobilien, legte 2006 den "Victory Park"-Fonds auf und sammelte hierfür rund 180 Millionen US-Dollar bei deutschen Privatanlegern ein. Damit beteiligte sich der Fonds an acht Projekten in Dallas, die Teil einer groß angelegten Stadtteil-Entwicklung rund um das American Airlines Center in der Innenstadt der texanischen Metropole waren. Auf mehreren zehntausend Quadratmetern sollten Wohn-, Büro-, Hotel- und Einzelhandelsimmobilien entstehen.

Umsetzen sollte die Projekte im wesentlichen der vor Ort ansässige Joint-Venture-Partner Hillwood, ein Unternehmen von Ross Perot Junior, Sohn des gleichnamigen Ex- Präsidentschaftskandidaten. Doch die Marktentwicklung wurde überschätzt, Wohnungen von Stardesigner Philippe Starck erwiesen sich als zu teuer und fanden keine Abnehmer. Die Rezession ab 2008 tat ihr Übriges: Partner Hillwood erlitt einen Kapitalverlust von 100 Millionen US-Dollar und stieg aus dem Projekt aus. Damit drohte auch dem Fonds und seinen Anlegern ein Totalverlust. 

Geschick und Beharrlichkeit wenden das Blatt
Dem Geschick und der Beharrlichkeit von Lothar Estein, Gründer der US-Treuhand, sowie seiner millionenschweren Eigenbeteiligung ist es zu verdanken, dass er das Blatt wenden konnte. Für die noch ausstehenden Bauvorhaben fand er zusätzliche Investoren und mit Banken neue Finanzierungen. In den schon fertiggestellten Gebäuden konnte er durch Neupositionierung die Vermietung steigern. Seit 2012 kehrte Zuversicht ein, den Totalverlust abgewendet zu haben, 2016 kamen erste Verkaufserfolge, die sich auch auf Anlegerebene bemerkbar machten.

Mit dem jetzt durchgeführten Verkauf der letzten Immobilie aus dem Portfolio, dem W-Hotel, sollen Auszahlungen an die Anleger von rund 90 Prozent ihrer Beteiligung möglich werden, teilt das Fondsmanagement mit. Nach gegenwärtigem Stand der Dinge ist damit ein Gesamtmittelrückfluss von 132 Prozent möglich. Zieht man 100 Prozent Einzahlung und fünf Prozent Agio ab, bleiben noch 27 Prozent Wertsteigerung nach 14 Jahren. Knapp zwei Prozent pro Jahr – und vor US-Steuern. Das wird keinen berauschen, aber angesichts der wirdigen Umstände, mit denen der Fonds zu kämpfen hatte, kann man das Ergebnis dann doch sehr wertschätzen. (tw)