Stimmung unter den Immobilienfinanzierern bricht ein
Der Iran-Krieg verstärkt die Unsicherheiten im Markt. Aus Angst vor steigender Inflation, steigenden Zinsen und steigenden Kreditausfällen üben sich die Kreditgeber wieder vermehrt in Zurückhaltung.
Die anhaltenden Krisen schlugen in den vergangenen Monaten wieder stärker auf die Finanzierung von Immobilien durch. Den Stimmungseinbruch stellt das "BF Quartalsbarometer Q2 2026" eindrucksvoll dar. Der Barometerwert fiel von minus 9,74 auf minus 25,97 Punkte. So ein negativer Wert signalisiert eine stark eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des "BF Quartalsbarometers", kommentiert: "Die Ergebnisse sind vor allem mit dem Iran-Krieg und seinen Folgen zu erklären. Der Energiepreisschock wirkt inflationserhöhend, was wiederum die Angst vor steigenden Zinsen nach sich zieht."
Das Barometer basiert auf einer Umfrage bei 38 Experten, die alle unmittelbar mit der Kreditvergabe an Immobilienunternehmen betraut sind. Das Panel besteht aus Vertretern unterschiedlicher Banken und alternativer Finanzierer. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass sich die Finanzierungsbedingungen im Vergleich zum Vorquartal verschlechtert hätten. Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen.
Problemkredite bremsen das Finanzierungsgeschäft
"Zugenommen hat hingegen die Quote der notleidenden Kredite: Der Anteil der Befragten, der von einem Anstieg berichtete, wuchs von 18 auf 31 Prozent", sagt Sven Jung, Director Economic Analysis & Financial Planning beim Handelsblatt Research Institute, mit dem der Finanzierungsberater BF direkt das Barometer erstellt. Zunehmende beziehungsweise drohende Kreditausfälle binden Ressourcen und beeinflussen die Bereitschaft, neue Finanzierungen zu tätigen.
Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Kreditvergabe rückläufig ist. Ein Viertel berichtet von einem abnehmenden Neugeschäft im zweiten Quartal. Auch der Wettbewerb zwischen den Instituten um gute Finanzierungen "nimmt eher ab". Am ehesten erhalten Bestandsimmobilien im Wohnsektor einen Kredit. Bei Projektentwicklungen ist die Zurückhaltung generell größer, und allgemein gehen die Kreditvolumina nach unten: Über alle Institutsgrößen hinweg manifestiert sich laut BF direkt eine Zunahme kleinerer Kredite unter zehn Millionen Euro und eine Abnahme größerer Finanzierungen in der Spanne von 50 bis 100 Millionen Euro und über 100 Millionen Euro. (ae)















