Die Zollpolitik der USA hat Auswirkungen auf die Umsetzung einiger Immobilien-Deals in Deutschland. Das legt eine Befragung von Finanzierern durch den Immobiliendienstleister JLL nahe, die "Bloomberg" vorab vorliegt. Rund 38 Prozent der befragten Immobilienfinanzierer in Deutschland gaben demnach an, dass Anfragen oder Transaktionen wegen der amerikanischen Zollpolitik verschoben oder abgesagt wurden.

US-Präsident Donald Trump hatte im April weitreichende Zölle angekündigt. Besonders die exportorientierten Firmen stehen unter Druck. Die Unsicherheiten bei Lieferketten und Absatz sind nun hoch. Deshalb werden womöglich Investitionen zurückgestellt. Auch die Finanzierer lassen in diesem Umfeld Vorsicht walten. Rund zwei Drittel erklärten in der JLL-Erhebung, dass sie verstärkt auf die Herkunft der Mieter oder Nutzer achten. Ein ähnlich hoher Anteil unterzieht auch die Herkunft der Investoren einer genaueren Prüfung als vorher.

Die Stimmung hellt sich auf
Die Sonderbefragung zu den Auswirkungen der US-Zölle erfolgte im Rahmen der Erhebung des Deutschen Immobilienfinanzierungsindex (Difi), der quartalsweise von JLL und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) ermittelt wird. Der Index bildet die Einschätzungen der Finanzierer zur Lage am Immobilienkreditmarkt in den vergangenen sechs Monaten und zur erwarteten Entwicklung in den kommenden sechs Monaten ab.

Im zweiten Quartal stieg der Index um 5,4 Punkte. Mit 10,5 Punkten notierte das Barometer nur leicht unter dem Wert des vierten Quartals 2024 (13,6 Punkte), der zugleich der höchste Indexstand seit Jahren war. Das heißt, die Stimmung unter den Immobilienfinanzierern hellt sich auf.

"Finanzierungskonditionen verbessern sich"
Laut Andreas Lagemann, Senior Researcher am HWWI, ist das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands auch dank des Konjunkturprogramms der Bundesregierung gestiegen. "Zusätzlich sorgen die Zinssenkungen der EZB dafür, dass sich die Finanzierungskonditionen für Investoren weiter verbessern", erklärte er.

Vor der jüngsten Stabilisierung des Marktes hatten Immobilien jahrelang unter hohen Zinsen gelitten. Diese belasteten die Nachfrage und die Bewertungen. Deshalb hatten sich Banken eine Zeit lang bei Finanzierungen zurückgehalten, während sie gleichzeitig hohe Risikovorsorgen bilden mussten. (Bloomberg/fp)