Zweites Opfer der Branchenkrise: UBS wickelt Immobilienfonds ab
Vor genau einem halben Jahr hat die UBS einen Rücknahmestopp für Anteile ihres offenen Immobilienfonds verfügt. Jetzt hat sie das Verwaltungsmandat gekündigt und den Liquidationsprozess eröffnet. Zuvor hatte bereits ein anderer Anbieter seinen offenen Immobilienfonds in die Abwicklung geschickt.
Die UBS Real Estate hat den Anlegern ihres offenen Immobilienfonds UBS (D) Euroinvest Immobilien am Donnerstag (24.9.) mitgeteilt, dass sie die Verwaltung des Fonds mit sofortiger Wirkung kündigt, und eine entsprechende Verlautbarung im Bundesanzeiger veröffentlicht.
"Der europäische Immobilienmarkt, in den der Fonds investiert, sah sich in den letzten Jahren anhaltenden Herausforderungen gegenüber, die die Bemühungen um eine Neuausrichtung der Anlagestrategie des Fonds und eine Diversifizierung seines Portfolios behindert haben", heißt es in der Mitteilung an die Anleger. Genau vor einem halben Jahr hat der Fonds die Anteilsrücknahme ausgesetzt, weil die liquiden Mittel nicht ausreichen würden, die von Anlegern gewünschten Anteilsrückgaben zu bedienen und eine ordnungsgemäße laufende Bewirtschaftung des Fonds zu gewährleisten, wie es damals in der Begründung der Geschäftsführung hieß.
Liquidation des Fonds wäre rechtlich noch nicht notwendig gewesen
Die UBS Real Estate will mit der Kündigung des Verwaltungsmandats, womit zugleich auch die Liquidation des Fonds beginnt, Druck aus dem Verkaufsprozess nehmen. "Sollte der Fonds den derzeitigen Rücknahmeanträgen nachkommen müssen, wäre er gezwungen, in einem schwierigen Marktumfeld weiterhin die liquidesten Vermögenswerte seines Portfolios zu veräußern. Dies könnte die Tragfähigkeit des verbleibenden Portfolios beeinträchtigen, was wiederum wahrscheinlich zu weiteren Rücknahmen führen würde", begründet die UBS.
Eigentlich ist die Aussetzung der Rücknahme, die die UBS zum 25. März dieses Jahres verfügt hatte, genau dafür da. Mit Beginn der Rücknahmeaussetzung hat das Fondsmanagement nämlich 36 Monate Zeit, Immobilien zu veräußern, um damit Liquidität zu generieren und Rückgabewünsche bedienen zu können. Warum das Projekt jetzt bereits nach sechs Monaten für gescheitert erklärt wird, geht aus der Unternehmensmitteilung nicht hervor. Es steht zu vermuten, dass die schon bestehenden Rücknahmeanträge das derzeit noch aus 14 Immobilien an sieben europäischen Standorten bestehende Portfolio so reduzieren würden, dass eine Wiederöffnung des Fonds wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergeben würde.
Anderer Fonds wird ebenfalls schon abgewickelt
Die Rückgabewünsche der Anleger haben bereits bei mehreren offenen Immobilienfonds ein Niveau erreicht, dass sich die Anbieter zum Handeln gezwungen sahen. Seit Mitte Januar nimmt der Wertgrund Wohnselect D keine Anteile mehr zurück, Ende Februar folgte der Fokus Wohnen Deutschland, im März dann der UBS (D) Euroinvest Immobilien und Ende Juni schließlich der Habona Nahversorgungsfonds Deutschland. Nur wenige Tage zuvor hatte Kanam Grund bekanntgegeben, den offenen Immobilienfonds Leading Cities Invest in die Abwicklung zu schicken. Das war der bisher heftigste Schritt in der Branchenkrise. Zuvor mussten schon zahlreiche andere Fonds, darunter als prominentestes Beispiel der Uniimmo: Wohnen ZBI, hohe Wertberichtigungen vornehmen. (tw/bm)













