Der aktuellen Quartalserhebung der Ratingagentur Scope zufolge, haben zwischen April und Juni dieses Jahres zehn Publikums-AIF und sechs Vermögensanlagen den Segen der Bafin bekommen und sind zum Vertrieb zugelassen worden. Das prospektierte Eigenkapitalvolumen der AIF umfasst mit 379 Millionen Euro mehr als doppelt so viel wie im vorausgegangenen Quartal, als die Emissionshäuser über sechs Fonds mit einem Volumen von gerade einmal 147 Millionen Euro zur Beteiligung anboten.

Sechs der zehn AIF sind Immobilienfonds, drei kategorisiert Scope als Private-Equity-Fonds. Mit mehr als 70 Millionen Euro prospektierten Eigenkapitals ist der Multi-Asset Fonds "Wealthcap Portfolio 6" der größte im vergangenen Quartal. Drei weitere Fonds kommen noch auf mehr als 50 Millionen Euro Planvolumen. In den ersten drei Monaten des Jahres gab es nur einen von sechs Fonds, der die 50-Millionen-Grenze überschritt. Nicht nur die Anzahl der Neuemissionen, auch ihr Volumen hat deutlich zugelegt.

Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) schreibt vor, dass AIFs, die ihr Risiko nicht mindestens über drei verschiedene Objekte streuen, eine Mindestzeichnungssumme von 20.000 Euro ansetzen müssen, um das Risikobewusstsein der Anleger zu sensibilisieren. Die vorgeschriebene Streuung lässt sich allerdings auch darstellen, wenn eine Bestandsimmobilie eine diversifizierte Mieterstruktur hat. Der geschlossene Immobilienfonds "Augsburg Nürnberg" hat zum Beispiel eine solche Struktur. Laut Anbieter Patrizia Grundinvest erfüllt er sogar die Kriterien von Artikel 8 der Offenlegungsverordnung und gilt damit als ESG-konform.

Pandemiebedingte Hemmungseffekte erwartet
Die sechs Vermögensanlagen, die die Bafin zum Vertrieb freigegeben hat, prospektieren ein Zeichnungsvolumen von zusammen 184 Millionen Euro. Das ist mehr als viermal so viel wie im Quartal zuvor. Allerdings stehen zwei Angebote, nämlich die Namenschuldverschreibung "Pro Real Europa" 10 von der One Group und das Genussrecht "DEGAG Wohnkonzept 1" alleine schon für mehr als zwei Drittel des Emissionsvolumens.

Obwohl in der ersten Hälfte des Jahres schon mehr als eine halbe Milliarde Euro Eigenkapital zur Zeichnung auf den Markt kam, rechnet Scope wegen coronabedingter Unwägbarkeiten derzeit nicht damit, dass die Milliardengrenze bis Ende des Jahres überschritten wird. (tw)