Für das Jahr 2024 verzeichnet das deutsche Hotelgewerbe mit 496 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord, nachdem die Zimmerauslastung in den vergangenen vier Jahren regelmäßig gestiegen war. Im ersten Halbjahr 2025 setzt sich der positive Trend fort. Das ist das Ergebnis einer vom Beratungs- und Analysehaus Bulwiengesa und Immobilieninvestor Union Investment Real Estate erstellten Studie.

Messen, Fußball und Binnentourismus
Grund dafür sei vor allem das wieder gut laufende Messe- und Kongressgeschäft. "Aber auch Großevents wie Konzerte und die Fußball-Europameisterschaft haben 2024 die Auslastungen in den Stadthotels in die Höhe getrieben, während die Ferienhotellerie vom Binnentourismus profitierte", teilen die beiden Häuser mit. Auch die Performancekennziffern der Hotellerie lägen damit wieder annähernd auf Vor-Corona-Niveau.

Der investmentrelevante Bestand an deutschen Hotelimmobilien erfuhr entsprechend eine Wertsteigerung um durchschnittlich 1,5 Prozent, auch wenn das Neubauaufkommen in den vergangenen Jahren ins Stocken geriet. Je nach Lage, Objekt- und Konzepteigenschaften sowie Betreiberqualitäten lasse sich bei den neu fertiggestellten Hotelzimmern jedoch eine deutlich höhere Investmentrelevanz als in den Vorjahren feststellen, heißt es in der Studie, denn rund 80 Prozent aller 2024 realisierten Hotelzimmer würden die Investmentanforderungen institutioneller Investoren erfüllen.

Serviced Apartments sind der Nische entwachsen
Serviced Apartments, eine Kombination aus langfristigen Wohn- und kurzfristigen Beherbergungskonzepten, machen fast 30 Prozent aller neu gebauten Gästezimmer aus. "Während der Pandemie hat sich das Segment aufgrund seiner Krisenresilienz als selbstbewusster Gewinner positioniert. Die Performancezahlen zeigen eindrücklich, dass Serviced Apartments inzwischen der Nische entwachsen sind", sagt Martin Schaller, Leiter Asset Management Intercontinental bei Union Investment. Sie seien zu 81 Prozent ausgelastet bei einem durchschnittlichen Preis von 91 Euro je Nacht. "Betreiberketten wie Numa, Stayery, Bob W. oder Limehome gehen derzeit einen stark expansiven Weg mit Fokus auf Digitalisierung der Prozesse", so Schaller. (tw)