Wer sich für den Erwerb einer selbstgenutzten Wohnung entscheidet, der wird diesen Schritt in aller Regel nicht bereuen. Denn 92 Prozent der Immobilienbesitzer sind mit ihrer Entscheidung zufrieden, wie der Kreditvermittler Interhyp in seiner "Wohntraumstudie" ermittelt hat. Die Befürchtungen, die Mieter davon abschrecken, Wohneigentum zu erwerben, stellten sich im Nachhinein häufig als unbegründet dar, so das Fazit der Studie.

Die Erhebung vergleicht Ängste von Mietern rund um den Erwerb einer Wohnung mit den Erfahrungen, die Käufer und Bauherren tatsächlich gemacht haben. Es stellte sich heraus, dass Schwierigkeiten, die der Kauf selbst oder seine Finanzierung mit sich bringen, weniger häufig vorkommen als zuvor gedacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Praxis viel einfacher
So sind beispielsweise 84 Prozent der Mieter der Überzeugung, dass die allgemein hohe Nachfrage nach Wohnungen ihre eigene Suche erschweren würde. Aber nur 24 Prozent von denen, die sich der Mühe der Suche ausgesetzt haben, sagen rückblickend, dass sie nicht gefunden hätten, was ihren Vorstellungen entsprach, so dass sie Kompromisse machen mussten.

Auch die finanzielle Belastung durch einen Kredit wird in Theorie und Praxis sehr unterschiedlich eingeschätzt. 83 Prozent der Befragten, die noch zur Miete wohnen, haben Angst davor, während bei nur 32 Prozent von denen, die bereits in den eigenen vier Wänden wohnen, die hohe finanzielle Belastung ein Thema ist.

Kostenfrage ist dennoch ernst zu nehmen
Im Vorfeld schreckt vier von fünf Mieter ab, dass ein Eigentumserwerb unberechenbare Kosten mit sich bringen könnte. Im Nachgang erweist sich, dass es nur bei 30 Prozent tatsächlich zu vorher nicht bekannten Kosten gekommen ist. Auch die Preistreue einer Immobilie erweist sich in der Realität als viel größer als zuvor angenommen.

Mirjam Mohr, die dem Privatkundengeschäft der Interhyp vorsteht, rät trotz dieser Zahlen, das Thema Kosten weiterhin ernst zu nehmen: "Besonders beim Kauf von Bestandsimmobilien mit Umbaumaßnahmen oder beim Bau in Eigenregie kann eine zu knappe Kalkulation problematisch werden." Die Studie zeige, dass eine nicht passgenaue Kalkulation und unerwartete Kosten in etwa jedem dritten Fall vorkämen – dann werde der Immobilienerwerb tatsächlich teurer als geplant.

Für die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Rheingold Institut eine bundesweite und repräsentative Befragung durchgeführt. Gleichwohl muss man berücksichtigen, dass der Initiator der Studie Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen ist, also ein Interesse daran hat, dass aus Mietern Eigentümer werden. (tw)