Neuigkeiten von der Allianz: Die Gesellschaft will einen europaweit tätigen Online-Versicherer für Kfz-Policen starten. Das Projekt trägt den Namen "Allianz Direct" und soll bis Ende 2019 in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien verfügbar sein. Weitere Länder sollen folgen, wie Konzernchef Oliver Bäte laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten, darunter bei "Spiegel Online", im Rahmen eines Investorentags in München ankündigte.

Der neue Online-Ableger steht im Zusammenhang mit den Digitalisierungsbemühungen des Konzerns. Dieser kämpft wie viele Versicherer und Banken mit einer veralten IT. Eines der Hauptziele Bätes ist daher, die Zahl der verschiedenen IT-Systeme zu reduzieren und diese Infrastruktur zu modernisieren. Das geschieht auch mit Hinblick auf Kosteneinsparungen, wobei ein Stellenabbau möglich sei. 

"Keine Kannibalisierung"
Der Digitalversicherer soll dabei den Berichten zufolge als eine Art Versuchslabor dienen, in dem neue Strukturen und Softwarelösungen getestet werden. Diese sollen dann auch als Vorbild für die Konzern-IT dienen. Mitbewerber wie Ergo oder die Basler machen mit ihren Digital-Töchtern Nexible und Friday ähnliches: Auch hier spielt der Aspekt mit hinein, eine neue IT unabhängig von der alten "auf die grüne Wiese zu stellen" und auszuprobieren.

Die konzerneigenen Vermittler und angeschlossenen Makler dürften über diese Ankündigung und damit einen weiteren digitalen Konkurrenten kaum erfreut sein. Bäte versicherte den Berichten zufolge, dass "Allianz Direct" die etablierten Vertriebskanäle über Vermittler nicht gefährden soll. "Es wird null Kannibalisierung geben", sagte er laut Spiegel.(jb)


Zu anderen Digitalversicherern und den Hintergründen für deren Entstehung lesen Sie auch den Artikel "Alles digital" in der aktuellen Ausgabe 4/2018 von FONDS professionell.