Erst Ende September hat die Huk Coburg in Düsseldorf ein Autohaus für Gebrauchtwagen eröffnet, nun zieht die Allianz nach – allerdings online. Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, plant der Münchner Versicherungskonzern, gebrauchte Autos nach dem Amazon-Modell zu vertreiben. Dafür wolle sich die Allianz an der vor einem Jahr gegründeten Gebrauchtwagenplattform Instamotion Retail beteiligen, die ihren Sitz ebenfalls in München hat.

Für Allianz-Kunden soll der Autokauf künftig bequem und praktisch ablaufen. Sie können sich auf der Online-Plattform einen Wagen aussuchen. Die Probefahrt ersetzt ein Erklär-Video eines Sachverständigen. Eine Spezialkamera erlaubt zudem einen virtuellen 360-Grad-Blick in den Innenraum des Fahrzeugs sowie eine Betrachtung von außen. Ist das Auto bestellt, wird es mit Wunschkennzeichen zugelassen vor die Tür gestellt und kann innerhalb von 14 Tagen anstandslos umgetauscht werden.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern
"Wir verfolgen im Zuge der Digitalisierung verschiedene strategische Ansätze und investieren in unterschiedliche Bereiche", sagte eine Allianz-Sprecherin der "Welt". Der Versicherer wolle sich derzeit neue Geschäftsfelder erschließen, schreibt die Zeitung. Offenbar auch, weil sich die angestammten Märkte rasant verändern. So rechnen Branchenexperten etwa damit, dass die Beitragseinnahmen in der Autoversicherung sinken werden, wenn autonome Autos in Zukunft weniger Unfälle verursachen. Dies war auch ein Grund dafür, dass die Huk Coburg in den Gebrauchtwagenhandel eingestiegen ist.

Die Allianz sucht über ihre Ideenschmiede Allianz X nach zusätzlichen, zukunftsfähigen Geschäftsmodellen. Die Palette der neuen Aktivitäten reicht bereits vom Drohnenbetreiber Fair Fleet 360 bis zur App Mile Box, bei der sicheres Fahren mit Punkten und Sonderprämien belohnt wird. (am)