Der Münchner Versicherungsriese Allianz hat sich auf eine Kooperation mit der spanischen Großbank BBVA verständigt. Dies berichten diverse Medien, darunter die Nachrichtenagentur Reuters. Die Allianz zahlt zunächst 277 Millionen Euro für eine knappe Mehrheit an der Versicherungssparte BBVA Seguros, wie das Unternehmen am Montag (27. April) nach langwierigen Verhandlungen mitgeteilt habe. Die Bank bringt rund 300 Millionen Euro an Prämieneinnahmen mit, vor allem aus Haushalts-Policen.

Die Partnerschaft mit der BBVA soll sich zunächst auf Spanien beschränken. Laut Insidern, auf die sich Reuters beruft, könnte sie später aber auf Länder wie Mexiko ausgedehnt werden. In diesem Fall könnten für die Allianz weitere 100 Millionen Euro fällig werden, schreibt Reuters.

Große Chancen
Der BBVA gehören mehrere Banken und Versicherer in Lateinamerika. Die Allianz ist mit ihrer Tochter Allianz Seguros mit 2,4 Milliarden Euro an Prämien in der Schaden- und Unfallversicherung in Spanien die Nummer drei hinter den Branchenriesen Mutua Madrilena und Mapfre. Sie verspricht sich große Chancen durch den Einstieg bei BBVA Seguros, weil die Großbank ihr Potenzial im Versicherungsvertrieb noch längst nicht ausgeschöpft habe. 

"Unser strategischer Fokus ist sehr ähnlich", zitiert Reuters den Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, Oliver Bäte. Aus der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen solle eine der größten Vertriebspartnerschaften zwischen einer Bank und einem Sachversicherer werden.

Bank-Partner abhandengekommen
Dem Münchner Versicherer war im vergangenen Jahr sein spanischer Bank-Partner, die Banco Popular, abhandengekommen. Diese war von Santander übernommen worden, die im Versicherungsbereich andere Pläne verfolgte. Für den Ausstieg hatte die Allianz Reuters zufolge 937 Millionen Euro kassiert. (am)