Die Wortwahl war gewohnt drastisch: Mit Begriffen wie "Etikettenschwindel" und "Mogelpackung" attackierte die Verbraucherzentrale Hamburg im Juni 2017 die Werbung der Allianz für ihre Indexpolice "Index Select". Nun stellt sich heraus: Der Versicherer muss an seiner Internet-Werbung für die Police gar nichts ändern. In einem Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München kamen die Richter zu dem Urteil, es liege weder Irreführung vor noch würden relevante Informationen vorenthalten.

Genau das hatten die Verbraucherschützer aber so gesehen, deshalb vor dem Landgericht (LG) München auf Unterlassung geklagt – und Recht bekommen. Die an zahlreichen Stellen des Internetauftritts hervorgehobene Aussage "Beteiligung an der Wertentwicklung des Eurostoxx 50" sowie die Verwendung des Begriffs "Indexpartizipation" erwecke bei einem Großteil der Verbraucher falsche Vorstellungen von dem Produkt, befand das Gericht damals. 

Revision nicht zugelassen
Die Allianz legte Berufung gegen das Urteil ein und trägt nun den Sieg davon. Das OLG München entschied, dass die Klage der Verbraucherzentrale gegen die Internet-Werbung für "Index Select" unbegründet ist. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Nach Erhalt der Berufungsbegründung will die Verbraucherzentrale Hamburg aber weitere Schritte prüfen, teilt sie auf ihrer Internet-Seite mit. (am)​