Die Bedeutung der Alterssicherung ist für die Deutschen in den vergangenen Jahren merklich gestiegen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Das zeige eine globale Umfrage des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson: Demnach gaben von rund 2.000 in Deutschland befragten Arbeitnehmern 72 Prozent an, dass die Bedeutung der Altersvorsorge für sie gestiegen sei.

Insgesamt nahmen auf der ganzen Welt mehr als 30.000 Beschäftigte an der Umfrage teil. Vor vier Jahren hatten noch 50 Prozent der Befragten gesagt, die Alterssicherung sei ihnen wichtiger geworden. "Offenbar kommen die Folgen der Rentenreformen aus den Jahren 2002 und 2005 nun spürbar bei den Betroffenen an", schreibt die "FAZ". Zwei Drittel der Teilnehmer gehen davon aus, dass das gesetzliche Rentenniveau sinken wird. 56 Prozent der unter 30-Jährigen wollen fürs Alter sparen.

Misstrauen in die eigenen Spar-Fähigkeiten
"Die Alterssicherung wird immer wichtiger, auch weil die Leute wissen, dass es im Alter knapp werden kann", sagt Wilhelm-Friedrich Puschinski, der für den deutschen Teil der Studie verantwortlich ist. Die bAV sei inzwischen auch für viele jüngere Arbeitnehmer ein Thema. Doch noch gibt es ein Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten, über lange Zeiträume zu sparen: Nur 40 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass sie ein vorher gesetztes Sparziel erreichen, 60 Prozent glauben, dass sie das nicht schaffen – aus Nachlässigkeit, Trägheit, fehlenden Ressourcen.

In diesem Umfeld ist der Arbeitgeber als Partner für die Alterssicherung wichtiger geworden, zeigt die Umfrage. 74 Prozent der Beschäftigten sagen, es sei wichtig, dass der Arbeitgeber eine führende Rolle in der Altersvorsorge einnimmt. 61 Prozent der Befragten sprechen einer betrieblichen Altersversorgung überdies ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu als einem privaten Vertrag, weitere 31 Prozent ein gleich gutes. (fp)